MIP-Statistiken: Qualität ausreichend, aber mit Mängeln
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MIP-Statistiken: Qualität ausreichend, aber mit Mängeln

Der zwölfte gemeinsame jährliche Qualitätsbericht von EZB und Eurostat bewertet die Datenbasis der makroökonomischen Ungleichgewichtsverfahren (MIP). Er kommt zum Schluss, dass die Statistiken ausreichend sind, aber weitere Verbesserungen benötigen.

MIP-Statistiken: Fit für den Zweck

Genaue Daten sind entscheidend für die effektive Überwachung makroökonomischer Ungleichgewichte im Rahmen des Makroökonomischen Ungleichgewichtsverfahrens (MIP), das Teil des Europäischen Semesters ist.

Das Europäische Statistische System (ESS) und das Europäische System der Zentralbanken (ESCB) tragen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen zur harmonisierten Datenproduktion bei.

Eine enge Zusammenarbeit zur Qualitätssicherung der MIP-Statistiken wird durch ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen Eurostat und der EZB DG Statistik gewährleistet, das im November 2016 unterzeichnet wurde.

Dieser zwölfte gemeinsame jährliche Qualitätsbericht bewertet die Qualität der MIP-Indikatoren.

Er kommt zum Schluss, dass die makroökonomischen Statistiken von ESS und ESCB in Bezug auf Abdeckung, Vergleichbarkeit, Genauigkeit und Aktualität ausreichen, um eine effektive makroökonomische Überwachung zu gewährleisten und somit das MIP zu unterstützen.

Gleichzeitig werden Bereiche für weitere Verbesserungen in jeder dieser Dimensionen beschrieben.

Herausforderungen in der Datenlandschaft

Der Bericht identifiziert spezifische Herausforderungen in einzelnen Statistikbereichen.

Bei den Zahlungsbilanz- und internationalen Investitionsstatistiken (ZBB/IIP) bleiben Asymmetrien in bilateralen Flüssen und Beständen ein Problem; hier sind verstärkte Anstrengungen zur Reduzierung nötig.

Die Bewertung und Erfassung von Direktinvestitionen (FDI) erfordert ebenfalls weitere Harmonisierung.

Bei den Finanzkontenstatistiken (FA) wurden in mehreren Ländern Verbesserungsbereiche festgestellt, etwa bei der Abdeckung und Datenquellen für Sonstige Finanzinstitute (OFIs) sowie der Reduzierung von Inkonsistenzen zwischen jährlichen und vierteljährlichen Datensätzen.

Zudem sind Anstrengungen zur Behebung der Inkonsistenzen zwischen ZBB/IIP und dem „Rest der Welt“-Konto erforderlich.

Bei den Wohnimmobilienpreisstatistiken liefert ein Land keine konformen Daten, weshalb Eurostat einen nicht vollständig standardkonformen Index der nationalen Zentralbank verwendet.

Qualität ist kein Selbstläufer

Dieser Bericht zeigt eindrücklich, dass die Qualität makroökonomischer Statistiken ein ständiger Prozess ist, der fortlaufende Anstrengungen erfordert.

Trotz der insgesamt positiven Bewertung bleiben hartnäckige Probleme wie Datenasymmetrien und Inkonsistenzen bestehen, die die Aussagekraft der MIP-Analyse potenziell mindern.

Die Notwendigkeit, auch bei scheinbar kleinen Lücken nachzubessern, unterstreicht den hohen Anspruch an die statistische Harmonisierung in der EU.