EZB prüft Qualität der Zahlungsbilanz-Statistik
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EZB prüft Qualität der Zahlungsbilanz-Statistik

Die EZB hat ihren zweijährlichen Qualitätsbericht zu Zahlungsbilanz- und Internationalen Investitionspositionsstatistiken veröffentlicht. Der Bericht bewertet Methodik, Compliance und Konsistenz der Eurosystem-Daten und deckt Daten bis zum zweiten Quartal 2025 ab.

Methodik, Compliance und Konsistenz im Fokus

Der zweijährliche Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) liefert eine umfassende Qualitätsprüfung der nationalen Zahlungsbilanz (b.o.p.), der Internationalen Investitionsposition (i.i.p.) und der internationalen Reservebestände des Eurosystems.

Er erfüllt damit die formale Anforderung des EZB-Direktoriums, den EZB-Rat über die Qualität dieser Statistiken zu informieren, wie in Artikel 6(1) der Leitlinie EZB/2011/23 festgelegt.

Zudem unterstützt der Bericht den Qualitätssicherungsprozess der Daten für das Verfahren bei makroökonomischen Ungleichgewichten (MIP).

Die Qualitätsanalyse deckt sechs Bereiche ab: methodische Solidität, Einhaltung von Fristen und Abdeckung durch nationale Zentralbanken (NZBen), Zuverlässigkeit, interne und externe Konsistenz sowie Asymmetrien.

Die Indikatoren basieren auf Daten, die bis zum 31. Oktober 2025 übermittelt wurden, wobei die Analyse bis zum zweiten Quartal 2025 für Quartalsdaten und Juni 2025 für Monatsdaten reicht.

Neue Standards und verbesserte Daten

Seit dem letzten Qualitätsbericht gab es mehrere statistische Entwicklungen.

Im Dezember 2024 fand das 15. Seminar für externe Statistiken statt.

Der IWF veröffentlichte im März 2025 die siebte Ausgabe des Handbuchs für Zahlungsbilanz und Internationale Investitionsposition (BPM7), das globale Standards aktualisiert.

Im Juli 2025 wurden zusätzliche Aufschlüsselungen von Portfolioinvestitionen eingeführt und das EZB-Dashboard ergänzt.

Der ESCB-Statistikausschuss (STC) billigte im Juli 2025 eine 'Mittelfristige Strategie für externe Statistiken' zur koordinierten Umsetzung neuer internationaler Standards.

Auch monatliche b.o.p.-Statistiken wurden verbessert und ein aktualisiertes EU-Handbuch veröffentlicht.

Qualitätslücken bleiben bestehen

Trotz signifikanter Verbesserungen in der Datenqualität bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen.

Einige Länder wie Malta und Zypern kämpfen noch mit methodischen Mängeln und Datenbrüchen, während andere wie Deutschland und Luxemburg die geografische Zuordnung und Klassifizierung verbessern müssen.

Dies unterstreicht den kontinuierlichen Bedarf an Koordination und Investitionen in die statistische Infrastruktur, um die Konsistenz und Verlässlichkeit der Eurosystem-Daten zu gewährleisten.