Europäischer Zahlungsverkehr: Umfassende Strategie für digitale Zukunft
Das Eurosystem hat seine Strategie für den europäischen Zahlungsverkehr aktualisiert. Ziel ist die Stärkung von Effizienz, Autonomie und Resilienz sowie die Förderung von Digitalisierung und Innovation.
Resilienz und Autonomie im Fokus
Das Eurosystem hat seine Strategie für den europäischen Zahlungsverkehr aktualisiert, die 2019 erstmals entwickelt und 2020 erweitert wurde.
Im Zentrum der Bemühungen stehen weiterhin die Stärkung des europäischen Zahlungsmarktes durch eine pan-europäische Lösung für den Einzelhandel am Point of Interaction (POI) und die Verbesserung der 'klassischen' SEPA.
Die Strategie und das Projekt zum digitalen Euro sind komplementär und zielen auf höhere Effizienz, strategische Autonomie und Resilienz ab, während sie Digitalisierung und Innovation fördern.
Ein digitaler Euro würde eine pan-europäische Zahlungslösung bieten, die bestehende Industriestandards und Technologien nutzt und Synergien mit privaten Lösungen ermöglicht.
Externe Entwicklungen wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, zunehmende Cyberbedrohungen und die wachsende Abhängigkeit von elektronischen Zahlungen haben die Bedeutung der Resilienz im Zahlungsverkehr unterstrichen, was ein neues Ziel der Strategie ist.
Drei Säulen für den Zahlungsverkehr der Zukunft
Das Eurosystem fördert pan-europäische Lösungen für den Zahlungsverkehr am Point of Interaction (POI), um die Abhängigkeit von internationalen Kartensystemen und globalen Big-Tech-Anbietern zu reduzieren.
Initiativen wie die European Payments Initiative (EPI) werden unterstützt, sofern sie pan-europäische Reichweite und Kundenfreundlichkeit bieten.
Diese Lösungen sollten idealerweise auf Instant Payments basieren und den digitalen Euro unterstützen.
Ein weiteres Hauptziel ist die Stärkung der 'klassischen' SEPA durch die vollständige Einführung von Instant Payments.
Der Fortschritt hierbei lag jedoch unter den Erwartungen: Im Oktober 2023 boten nur 72,0 Prozent der Zahlungsdienstleister im Euroraum SCT Inst an.
Die Europäische Kommission hat einen Legislativvorschlag unterbreitet, um die Verfügbarkeit von Instant Payments zu gewährleisten.
Ambitioniert, aber mit Hürden
Die aktualisierte Strategie ist ein klares Bekenntnis zu mehr europäischer Souveränität im Zahlungsverkehr.
Die Betonung von Resilienz und strategischer Autonomie ist angesichts geopolitischer Spannungen überfällig.
Doch die Umsetzung der pan-europäischen Lösungen und die vollständige Einführung von Instant Payments bleiben eine Mammutaufgabe, deren Erfolg maßgeblich vom Privatsektor abhängt.