Eurozone: Wachstumsprognose gesenkt, Inflation steigt durch Nahost-Krieg
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Eurozone: Wachstumsprognose gesenkt, Inflation steigt durch Nahost-Krieg

Die Eurosystem-Mitarbeiterprognosen für Juni 2026 zeigen einen eingetrübten Wirtschaftsausblick für die Eurozone. Das BIP-Wachstum für 2026 und 2027 wird um 0,1 Prozentpunkte gesenkt, die Inflationsprognose für 2026 und 2027 um bis zu 0,4 Prozentpunkte angehoben.

Nahost-Krieg drückt Wachstum, treibt Preise

Die Eurosystem-Mitarbeiterprognosen für Juni 2026 sehen das reale BIP-Wachstum in der Eurozone bei 0,8 Prozent für 2026, 1,2 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028.

Dies ist eine Abwärtskorrektur um 0,1 Prozentpunkte für 2026 und 2027 im Vergleich zu den März-Prognosen, primär bedingt durch die stärker als erwarteten Auswirkungen des Nahost-Konflikts.

Die Gesamtinflation (HVPI) wird voraussichtlich von 2,1 Prozent im Jahr 2025 auf 3,0 Prozent im Jahr 2026 ansteigen, bevor sie 2027 auf 2,3 Prozent fällt und 2028 das Ziel von 2,0 Prozent erreicht.

Die Inflationsprognose wurde für 2026 um 0,4 Prozentpunkte und für 2027 um 0,3 Prozentpunkte nach oben korrigiert, hauptsächlich aufgrund höherer Energie- und Nahrungsmittelpreise.

Der Höhepunkt der Inflation wird für das dritte und vierte Quartal 2026 bei 3,4 Prozent erwartet, angetrieben durch einen Anstieg der Energieinflation.

Unsicherheit und divergierende Inflationsmuster

Der Wirtschaftsausblick bleibt aufgrund des Nahost-Krieges, der Schließung der Straße von Hormus und der hohen Ölpreisvolatilität sehr unsicher.

Einige der im März 2026 identifizierten Risiken haben sich materialisiert, mit weiter steigenden Ölpreisen und neuen Lieferkettenengpässen.

Die Basisszenario-Prognosen gehen von einem relativ raschen Rückgang der Energiepreise in den kommenden Quartalen aus, was jedoch von der weiteren Entwicklung des Konflikts abhängt.

Die Gesamtinflation maskiert dabei divergierende Muster: Während die Energieinflation 2027 negativ werden dürfte, wird die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) bis Mitte 2027 weiter ansteigen und erst 2028 moderieren.

Auch die Einführung des EU-Emissionshandelssystems 2 (ETS2) wird 2028 die Energieinflation wieder antreiben.

Die Risiken bleiben hoch

Die deutlichen Aufwärtskorrekturen der Inflationsprognosen und die Abwärtsrevision des Wachstums spiegeln die anhaltende und stärkere Belastung durch geopolitische Konflikte wider.

Obwohl die EZB von einer raschen Entspannung der Energiepreise ausgeht, bleibt die Unsicherheit hoch, was die Prognosen anfällig für weitere Schocks macht.

Dies unterstreicht die fragile Natur der aktuellen Erholung und die Notwendigkeit einer datenabhängigen Geldpolitik, die auf externe Schocks reagieren kann.