FDI-Studie: Aggregierte Modelle verdecken Sektor-Effekte
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FDI-Studie: Aggregierte Modelle verdecken Sektor-Effekte

Eine neue EZB-Studie zeigt: Aggregierte Modelle verdecken die wahren Motive ausländischer Direktinvestitionen (FDI). Sektor-spezifische Daten enthüllen eine signifikante Heterogenität der Distanz-Elastizität.

Aggregierte Modelle verzerren FDI-Motive

Die Studie untersucht die Motive ausländischer Direktinvestitionen (FDI) im Kontext des 'FDI-Gravitationsmodells'.

Sie hinterfragt, ob aggregierte Modelle relevante Heterogenitäten zwischen Sektoren verschleiern.

Mithilfe des neuen MREID-Datensatzes, der FDI-Daten auf 2-stelliger NAICS-Ebene für 184 Länder von 2010 bis 2020 bereitstellt, zeigen die Autoren, dass aggregierte Modelle signifikante sektorale Unterschiede maskieren.

Dies betrifft sowohl die Bedeutung horizontaler versus vertikaler FDI-Motive als auch die Distanz-Elastizität.

Während Distanz auf aggregierter Ebene robust negativ mit FDI korreliert, offenbart die sektorale Analyse eine komplexe Heterogenität, die mit Standard-Wirtschaftsmodellen nicht leicht zu erklären ist.

Dies deutet auf die Notwendigkeit verfeinerter Studien hin.

Distanz-Effekte sind komplex und sektorspezifisch

Die geografische Distanz spielt eine entscheidende Rolle bei der Erklärung von FDI-Motiven.

Bei marktsuchenden FDI sollte Distanz positiv mit FDI korrelieren, da größere Entfernungen den Export erschweren und lokale Tochtergesellschaften attraktiver machen.

Umgekehrt sollte bei effizienzsuchenden FDI die Distanz negativ korrelieren, da höhere Transportkosten die Fragmentierung von Wertschöpfungsketten verteuern.

Die Studie zeigt, dass aggregierte Analysen diese gegensätzlichen Kräfte vermischen und die sektorspezifischen Distanzeffekte maskieren.

Die ökonomischen Konzepte, die geografische Distanz erfasst – wie Handelskosten, Informationsfriktionen oder Koordinationsbedarfe – variieren stark zwischen den Sektoren.

Dies unterstreicht, dass erfolgreiche FDI-Strategien sektorspezifisch sein müssen.

Keine einfache Erklärung für Sektor-Rätsel

Die Studie bestätigt zwar eine erhebliche sektorale Heterogenität der Distanz-Elastizität von FDI, liefert aber überraschenderweise keine klare ökonomische Begründung für diese Variation.

Standardmodelle können die beobachteten sektorspezifischen Unterschiede nicht ausreichend erklären.

Dies deutet auf eine tiefere, noch unerforschte Komplexität in den globalen Investitionsmustern hin.

Für die Politik bedeutet dies, dass maßgeschneiderte Ansätze zwar notwendig sind, ihre wissenschaftliche Fundierung aber noch Lücken aufweist.