Verflechtungen von Banken und Nichtbanken bergen Risiken für Finanzstabilität
Ein gemeinsamer Bericht von EZB und ESRB analysiert die Finanzstabilitätsrisiken durch Verflechtungen zwischen Banken und Nichtbanken. Europäische Banken spielen drei zentrale Rollen – Liquiditätsmanagement, Hebelwirkung und Market-Making – die systemische Risiken verstärken können.
Drei zentrale Rollen mit globaler Reichweite
Europäische Banken agieren in drei zentralen Rollen im Nichtbanken-Finanzsektor (NBFI), die systemische Risiken bergen: Sie managen die Liquidität der Nichtbanken, stellen Hebelwirkung für deren Marktengagements bereit und fungieren als Market-Maker.
Viele dieser Verflechtungen sind global, oft mit Nicht-EU-Entitäten und in Nicht-EU-Währungen, was EU-Banken globalen Spillover-Effekten aussetzt.
Euro-Banken sind aggregiert Nettoschuldner gegenüber dem NBFI-Sektor, wobei Nichtbanken etwa 15 Prozent der Bankbilanzen im Euroraum finanzieren, hauptsächlich kurzfristig.
Dies deutet auf Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken hin.
Kurzfristiges Funding birgt Liquiditätsrisiken
Der Verlust von Refinanzierung durch Nichtbanken kann für Banken in Marktspannungsphasen erhebliche Herausforderungen schaffen.
Dies liegt an der kurzfristigen Natur vieler dieser Mittel, der Homogenität der Nichtbanken-Finanzierer und der begrenzten Substituierbarkeit.
Ein großer Teil des Nichtbanken-Fundings für Banken hat sehr kurze vertragliche Laufzeiten, was Liquiditätsrisiken im Euroraum-Bankensystem schafft.
Zudem können Nichtbanken-Investitionen in langfristige Bankanleihen die Anfälligkeit schwächerer Banken verstärken, insbesondere bei Herabstufungen des Kreditratings, was zu Fire Sales führen könnte.
Komplexe Risiken, unzureichende Daten
Dieser umfassende Bericht beleuchtet die vielschichtigen und globalen Risiken, die aus den Verflechtungen zwischen Banken und Nichtbanken entstehen.
Besonders die kurzfristige Refinanzierung und die Hebelwirkung im Nichtbankensektor stellen latente Gefahren für die Finanzstabilität dar.
Die identifizierten Datenlücken unterstreichen jedoch, dass die Aufsichtsbehörden noch immer im Dunkeln tappen, um diese Risiken vollständig zu erfassen und zu steuern.