Devisenprognosen: EZB-Studie findet Anti-Herding
Eine neue EZB-Studie untersucht das Herding-Verhalten in Devisenprognosen. Die Ergebnisse zeigen gemischte Evidenz, tendieren aber zu Anti-Herding, da sich Prognostiker eher vom Konsens entfernen.
Prognostiker wider den Konsens
Eine umfassende neue Studie der EZB analysiert das Herding-Verhalten in Devisenprognosen.
Sie nutzt einen umfangreichen Datensatz von 1995 bis 2024, der neun der meistgehandelten Währungen und durchschnittlich 40-50 Prognostiker pro Währung abdeckt.
Die Untersuchung liefert gemischte Ergebnisse, wobei die Evidenz eher auf Anti-Herding hindeutet.
Während einige revisionsbasierte Tests bei Verwendung aktueller Konsensprognosen Herding suggerieren, schwächt sich dieser Befund bei verzögerten Informationen erheblich ab.
Im Gegensatz dazu weisen prognosefehlerbasierte Tests, Bernhardt et al. Statistiken und Überreaktionsregressionen häufiger auf Anti-Herding hin, insbesondere bei längeren Zeithorizonten.
Die Autoren interpretieren dies so, dass Unterschiede zwischen den Prognostikern hauptsächlich auf heterogene Ansichten, Rauschen oder idiosynkratische Fehler zurückzuführen sind und nicht auf eine systematische Konvergenz zum Konsens.
Jenseits des Herdenverhaltens
Das Phänomen des Herding-Verhaltens im Devisenmarkt ist von Bedeutung, da es Marktdynamiken, Preismechanismen und die Gesamteffizienz beeinflussen kann.
Herding kann die Marktvolatilität verstärken, die Preisbildung verzerren und systemische Risiken erhöhen.
Anti-Herding, das Gegenteil, kann entstehen, wenn Prognostiker Anreize haben, sich von der Masse abzuheben, um Reputationsvorteile zu erzielen.
Die Studie berücksichtigt eine Reihe komplementärer Tests und erweitert die Analyse auf ein Panel-Setting, das explizit Querschnittsabhängigkeiten zwischen einzelnen Prognostikern zulässt.
Trotz der Annahme, dass Unsicherheit Herding fördern könnte, findet die Studie wenig Evidenz dafür, dass Unsicherheitsmaße eine entscheidende Rolle bei der Erklärung dieser Verhaltensweisen im FX-Markt spielen.
Keine Herde in Sicht
Die Ergebnisse dieser Studie stellen die Annahme einer weit verbreiteten Konformität in den Devisenmärkten in Frage.
Sie deuten darauf hin, dass Marktteilnehmer Informationen unabhängiger verarbeiten, was zu einer robusteren Preisbildung führen könnte.
Für politische Entscheidungsträger bedeutet dies, dass Interventionen, die auf die Korrektur von Herding abzielen, möglicherweise weniger wirksam sind als angenommen.
Quelle: Herding in the foreign exchange market
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