Nahost-Krieg: Ölpreise belasten Eurozonen-Wachstum
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Nahost-Krieg: Ölpreise belasten Eurozonen-Wachstum

Der Krieg im Nahen Osten treibt die Ölpreise in die Höhe und dürfte die Wirtschaftsaktivität im Euroraum spürbar bremsen. Die EZB-Analyse quantifiziert den Rückgang des BIP-Wachstums.

Ein Schock mittlerer Intensität

Der jüngste Anstieg der Brent-Rohölpreise nach Ausbruch des Nahost-Krieges Ende Februar 2026 ist auf Störungen der Ölströme durch die Straße von Hormus und einen Rückgang der Ölproduktion zurückzuführen.

Die EZB stuft den aktuellen Schock im Vergleich zu früheren geopolitischen Ölversorgungsstörungen als von mittlerer Intensität ein.

Obwohl die Spitzenwerte der Ölpreise ähnlich hoch waren wie nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022, übertrifft der durch den aktuellen Konflikt ausgelöste Preisanstieg den damaligen.

Im Gegensatz dazu war der Anstieg während des Golfkriegs in den frühen 1990er Jahren, als Iraks Invasion Kuwaits erhebliche Ölmengen vom Markt nahm, noch größer.

Versorgungsgetriebene Preisanstiege belasten ölimportierende Volkswirtschaften wie den Euroraum durch höhere Produktionskosten, geringere reale Haushaltseinkommen, schwächere globale Nachfrage und erhöhte Unsicherheit.

Modell prognostiziert BIP-Rückgang

Die makroökonomischen Auswirkungen geopolitischer Ölversorgungsschocks auf den Euroraum werden mittels eines Bayesschen Vektorautoregressionsmodells (BVAR) bewertet.

Dieses Modell, das geopolitische Ölversorgungsschocks isoliert, zeigt, dass ein Schock, der den realen Ölpreis um 10 Prozent erhöht, das reale BIP-Wachstum im Euroraum in den ersten drei Jahren um etwa 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte senkt.

Sowohl der private Konsum als auch die Investitionen werden beeinträchtigt, wobei die Investitionen aufgrund der erhöhten Unsicherheit stärker reagieren.

Die Ölintensität der Eurozonenwirtschaft ist seit den frühen 1990er Jahren stetig gesunken, was die Auswirkungen im Zeitverlauf leicht abschwächen könnte, insbesondere beim privaten Konsum.

Die Investitionsreaktion bleibt jedoch stabil.

Unsicherheit bleibt die Konstante

Die Studie liefert wertvolle Einblicke in die potenziellen Auswirkungen des Ölpreisschocks, doch die Schätzungen sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet.

Die Modellannahmen, insbesondere die Abgrenzung von geopolitischen Schocks, könnten die Komplexität der aktuellen Lage unterschätzen.

Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass trotz der quantifizierten Risiken eine hohe Wachsamkeit gegenüber unvorhergesehenen Entwicklungen und breiteren Spillover-Effekten unerlässlich bleibt.