EZB-Studie: Relative Wirksamkeit zähmt Immobilienbooms
Eine neue EZB-Studie analysiert mittels Meta-Regression die Wirksamkeit makroprudenzieller Instrumente bei Immobilienbooms. Sie zeigt, dass die relative Effektivität der Instrumente entscheidend für deren optimale Zuweisung ist.
Relative Wirksamkeit statt absoluter Stärke
Eine EZB-Studie analysiert mittels Meta-Regression die optimale Zuweisung makroprudenzieller Instrumente bei Immobilienbooms.
Sie revitalisiert Mundells Prinzip der effektiven Marktklassifikation und wendet es auf die Makroprudenz an.
Drei Hauptbefunde ergeben sich: Erstens moderiert makroprudenzielle Politik das Wachstum der Haushaltskredite klarer als das der Immobilienpreise.
Zweitens haben Straffungen sichtbarere Effekte als Lockerungen, und drittens unterscheiden sich Instrumente in ihren Stärken.
Gemeinsame Schätzungen schärfen die Politikzuweisung, indem sie relative Effekte bei gleichzeitiger Bewertung von Instrumenten aufzeigen.
Das Mundell-Framework identifiziert komplementäre oder substituierbare Instrumentenpaare.
Die Studie betont, dass die effektive Eindämmung von Immobilienbooms eine Zuweisung der Instrumente nach ihrer relativen – nicht absoluten – Wirksamkeit erfordert.
Vom Boom zur Krise: Die Rolle der Makroprudenz
Immobilienbooms können das Finanzsystem destabilisieren, indem sie die Verschuldung erhöhen und Bilanzen anfällig für Preisumkehrungen machen.
Makroprudenzielle Politik soll diese Anfälligkeiten im Wohnungsbaufinanzierungsbereich eindämmen.
Die Herausforderung liegt in der Wahl der effektivsten Instrumente.
Die Tinbergen-Regel, die ein Instrument pro Ziel vorschreibt, ist bei interdependenten Instrumenten unzureichend.
Mundells Prinzip der effektiven Marktklassifikation bietet eine Lösung: Instrumente sollten Zielen nach ihrer relativen, nicht absoluten, Effektivität zugewiesen werden.
Dies ist besonders relevant, da die makroprudenziellen Instrumentenkästen seit der globalen Finanzkrise erheblich erweitert wurden und nun eine Vielzahl von Kapital-, Kreditnehmer- und Liquiditätsinstrumenten umfassen.
Ein Paradigmenwechsel für die Aufsicht
Diese Studie markiert einen Paradigmenwechsel für die makroprudenzielle Aufsicht, indem sie die Bedeutung relativer Instrumentenwirksamkeit hervorhebt.
Sie zwingt Aufsichtsbehörden, bei der Zuweisung von Instrumenten über isolierte Betrachtungen hinauszugehen und Komplementaritäten zu erkennen.
Nur so lassen sich Immobilienbooms künftig effektiver und mit weniger Kollateralschäden eindämmen.