Haushaltsfinanzen 2023: Inflation drückt Realwerte, Ungleichheit sinkt
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Haushaltsfinanzen 2023: Inflation drückt Realwerte, Ungleichheit sinkt

Die EZB veröffentlicht die Ergebnisse der Haushaltsfinanz- und Konsumstudie 2023. Die Inflation von 2021 bis 2023 drückte die Realwerte von Vermögen und Einkommen, reduzierte aber die Vermögensungleichheit leicht.

Inflationseffekte auf Vermögen und Schulden

Die 2023er Welle der Eurosystem Household Finance and Consumption Survey (HFCS) analysiert Daten von fast 90.000 Haushalten in 20 Euro-Ländern sowie Tschechien und Ungarn.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Inflationswelle von 2021 bis 2023 die Realwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten stark beeinflusste.

Da die Vermögenspreise nicht mit dem Preisniveau Schritt hielten, sank der reale Wert beider Posten für die meisten Haushalte.

Dies führte dazu, dass vermögensstarke Haushalte stärkere Reduktionen des Nettovermögens erlebten, während ärmere, stärker verschuldete Haushalte weniger verloren oder sogar von der Preisniveauerhöhung profitierten.

Die reale Kaufkraft der Bruttoeinkommen sank im unteren und mittleren Bereich der Verteilung, während das oberste Einkommensdezil Zuwächse verzeichnete.

Insgesamt führte diese Dynamik zu einer leichten Reduktion der Nettovermögensungleichheit zwischen 2021 und 2023.

Die Studie beleuchtet die Verteilung dieser Entwicklungen über verschiedene wirtschaftliche und demografische Merkmale hinweg.

Heterogene Auswirkungen auf Haushalte

Zwischen 2021 und 2023 sank der Anteil der Haushalte mit Wohneigentum um 1,0 Prozentpunkte auf 60,1 Prozent, besonders bei jüngeren Haushalten unter 45 Jahren (-2,5 Prozentpunkte) und im untersten Quintil der Nettovermögensverteilung (-2,1 Prozentpunkte).

Gleichzeitig stieg der Anteil der Haushalte, die andere Vermögenswerte wie Immobilien (+1,3 Prozentpunkte), Fahrzeuge (+2,2 Prozentpunkte) oder Investmentfonds (+1,8 Prozentpunkte) hielten.

Der inflationsbereinigte Wert der gesamten Vermögenswerte der Euro-Haushalte sank im Median um 1,3 Prozent auf 172.200 Euro.

Hypothekenschulden für die Hauptwohnung reduzierten sich im Median um 8,1 Prozent auf 84.700 Euro.

Indikatoren für die Schuldenlast und finanzielle Anfälligkeit gingen tendenziell zurück, da Vermögenswerte und Einkommen weniger stark sanken als die Schulden.

Das mediane Schulden-Vermögens-Verhältnis der Hauptwohnung sank um 1,0 Prozentpunkte, das Schulden-Einkommens-Verhältnis um 2,9 Prozentpunkte.

Die Studie zeigt moderate Risiken finanzieller Fragilität vor allem für Haushalte im untersten Nettovermögensquintil.

Ungleichheit im In­fla­ti­ons­schat­ten

Die Studie beleuchtet die komplexen, oft kontraintuitiven Verteilungseffekte hoher Inflation.

Sie zeigt, dass die pauschale Annahme, Arme würden ärmer und Reiche reicher, durch den Schuldenabbau und reale Vermögenswertverluste nuanciert wird.

Für die Geldpolitik unterstreicht dies die Notwendigkeit differenzierter Analysen der Haushaltsbilanzen.