Banken navigieren sinkende Zentralbankreserven im Euroraum
Die Zentralbankreserven im Euroraum haben sich seit 2022 fast halbiert. Ein EZB-Blogbeitrag analysiert, wie Banken ihre Liquidität aktiv anpassen und warum die Nutzung von Refinanzierungsgeschäften zunehmen dürfte.
Halbierte Reserven, steigende Anpassung
Die Zentralbankreserven sind von einem Höchststand von 4,9 Billionen Euro im Jahr 2022 auf 2,6 Billionen Euro Anfang 2026 gesunken.
Obwohl noch reichlich vorhanden, sind sie ungleich verteilt.
Eine Eurosystem-Umfrage zeigt, dass der Anteil der Banken, die nahe an ihrem bevorzugten Reserveniveau operieren, von 15 Prozent auf 26 Prozent gestiegen ist.
Bis Ende 2026 wird erwartet, dass Banken, die 50 Prozent der gesamten Bankaktiva ausmachen, dieses Niveau erreichen.
Dies zwingt Banken zu einem aktiveren Liquiditätsmanagement.
Gleichzeitig haben sich die Geldmarktsätze dem Einlagenzins (DFR) der EZB angenähert, was zuletzt 2020 der Fall war.
Reibungslose Umverteilung, neue Indikatoren
Die Liquidität wird derzeit reibungslos über die Geldmärkte umverteilt, ohne Anzeichen von Fragmentierung.
Der Repo-Markt, auf dem Banken Reserven leihen und verleihen, wird zunehmend von Banken genutzt, die ihre Reservebestände aktiv steuern.
Auch die Termingeldmärkte, die für die Einhaltung der Basel-III-Vorschriften wie die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) und die Netto-Stable-Funding-Ratio (NSFR) wichtig sind, werden intensiver genutzt.
Diese Marktaktivität hat Prämien für Termingeld erhöht und kann als Frühindikator für systemweite Liquiditätsbedürfnisse dienen.
Kurzfristige Marktzinssätze, sowohl besichert als auch unbesichert, bleiben nahe am Einlagenzins der EZB.
Vorbereitung auf die neue Normalität
Die Anpassung der Banken an sinkende Reserven verläuft bisher gut, doch die Dynamik wird sich ändern.
Die geringe Nutzung der EZB-Refinanzierungsgeschäfte ist auf günstige Geldmarktbedingungen zurückzuführen.
Mit weiter sinkenden Reserven werden diese Operationen jedoch zu einem routinemäßigen Instrument für das Liquiditätsmanagement der Banken.
Dies ist ein entscheidender Schritt in der Normalisierung der Geldpolitik und erfordert von den Banken operationelle Bereitschaft, um die Marktstabilität zu gewährleisten.
Quelle: How banks are adjusting to declining reserves
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