Handelspolitische Unsicherheit bremst Euro-Wirtschaft: 0,3% BIP-Minus 2025
Handelspolitische Unsicherheit hat die Wirtschaft des Euroraums 2025 um rund 0,3 Prozentpunkte gebremst. Trotzdem zeigte sich das Bruttoinlandsprodukt widerstandsfähiger als erwartet.
Unsicherheit drückt BIP um 0,3 Prozent
Die handelspolitische Unsicherheit (TPU) ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen und erreichte 2025 historische Höchststände.
Nach dem US-China-Handelskonflikt 2018-19 intensivierte sie sich erneut um die US-Präsidentschaftswahl 2024 und den Beginn der zweiten Trump-Amtszeit.
Eine Reihe von Zolankündigungen Anfang 2025 führte zu einem Höhepunkt der Unsicherheit.
Obwohl eine US-China-Handelspause im Mai 2025 und ein US-EU-Rahmenabkommen im Juli 2025 die Lage entspannten, blieb die Unsicherheit historisch hoch.
Diese anhaltende Unsicherheit belastete die Aktivität im Euroraum 2025.
Eine modellbasierte Analyse der EZB zeigt, dass der Anstieg der TPU 2025 mit einem Rückgang des realen BIP-Wachstums um etwa 0,3 Prozentpunkte gegenüber 2024 verbunden war.
Die Auswirkungen waren auf Unternehmensinvestitionen und das verarbeitende Gewerbe stärker als auf den privaten Konsum und Dienstleistungen.
Widerstandsfähigkeit trotz Gegenwind
Trotz des negativen Einflusses der erhöhten handelspolitischen Unsicherheit erwies sich das reale BIP des Euroraums 2025 als widerstandsfähiger als erwartet und wuchs um 1,5 Prozent.
Dies übertraf die März-Projektion von 0,9 Prozent.
Mehrere Faktoren milderten die Auswirkungen ab: Unternehmen zogen Aktivitäten im Vorgriff auf höhere Zölle vor; die Normalisierung der Geldpolitik schuf unterstützende Wachstumsbedingungen; und fiskalische Maßnahmen wie das Next Generation EU-Programm stützten die Wirtschaft.
Unsicherheit beeinflusst die Wirtschaft zudem durch gestörte Handelsströme und eine 'Abwarten'-Haltung von Unternehmen, die Investitionen und Einstellungen verschieben.
Ein persistenter Bremsklotz
Die Studie quantifiziert einen signifikanten, wenngleich abgemilderten, Wachstumshemmer für den Euroraum durch handelspolitische Unsicherheit.
Während die genannten Resilienzfaktoren ermutigend sind, deuten die anhaltende Natur dieser Spannungen, insbesondere erneute US-China-Reibungen, auf fortbestehende Risiken hin.
Die EZB-Analyse unterstreicht die Notwendigkeit, externe Schocks bei der geldpolitischen Steuerung weiterhin genau zu beobachten.