Investitionsmix statt Volumen: Schlüssel für EU-Wachstum
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Investitionsmix statt Volumen: Schlüssel für EU-Wachstum

Eine EZB-Studie zeigt: Die EU investiert weniger in immaterielles und IKT-Kapital als die USA. Diese Zusammensetzung erklärt einen Teil der Produktivitätslücke, da der Investitionsmix wichtiger ist als das Volumen.

Das Paradox der In­ves­ti­ti­ons­ef­fi­zi­enz

Die Europäische Union und die USA investieren zwar ähnlich viel, doch die EU konzentriert sich weniger auf immaterielles und IKT-Kapital.

Eine neue EZB-Studie identifiziert diese Investitionszusammensetzung als Hauptgrund für die Produktivitätslücke der EU gegenüber den USA.

Mittels Panel-Fixed-Effects- und Local-Projection-Methoden belegen die Ökonomen, dass Investitionen in immaterielles und IKT-Kapital – insbesondere in Kommunikationsausrüstung, Forschung und Entwicklung sowie andere geistige Eigentumsprodukte – mit einem höheren BIP-Wachstum pro Kopf verbunden sind als andere Investitionsformen.

Ein neuartiges Investitionseffizienzverhältnis quantifiziert, wie der Wachstumsbeitrag jedes Vermögenswerts mit seinem Anteil an den Gesamtinvestitionen zusammenhängt.

Die Ergebnisse sind über verschiedene empirische Methoden, Länderstichproben und Zeiträume hinweg robust.

Sie zeigen zudem, dass die Wachstumsassoziation IKT-bezogener Investitionen in Ländern mit höherem Einkommen und größerem Humankapital stärker ausgeprägt ist.

Dies unterstreicht die Bedeutung einer gezielten Allokation von Ressourcen.

Der Schlüssel zur Produktivität

Die Studie widerlegt die Annahme eines generellen 'Unterinvestitionsproblems' in der EU.

Stattdessen sind die Renditen der Investitionen in der EU durchweg niedriger als in den USA, was auf eine geringere Effizienz hindeutet.

Die USA priorisierten Hochtechnologiesektoren, während die EU traditionell in mitteltechnische Sachanlagen investierte.

Diese Divergenz ist ein Hauptgrund für die Produktivitätslücke.

Die Ergebnisse legen nahe, dass europäische Entscheidungsträger ihren Fokus vom Investitionsvolumen auf dessen Zusammensetzung und Effizienz verlagern sollten.

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Förderung von Investitionen in immaterielles und IKT-Kapital ist entscheidend, um die Produktivitätslücke zu schließen.

Eine ganzheitliche Strategie, die Humankapital stärkt und Finanzierungshemmnisse abbaut, ist hierfür unerlässlich.