ECB Paper

Arbeitsangebot reagiert nur auf große Windfall-Gains

Ein aktuelles Working Paper der EZB untersucht die Reaktion des Arbeitsangebots auf unerwartete Geldzuflüsse (Windfall-Gains) mittels eines groß angelegten Umfrageexperiments im Euroraum. Die zentrale Erkenntnis: Windfall-Gains reduzieren das Arbeitsangebot, jedoch nur, wenn die Beträge erheblich sind.

Entscheidende Einblicke für Transfer-Debatten

Diese Studie ist hochrelevant für aktuelle politische Debatten über die Gestaltung von Transferprogrammen wie dem bedingungslosen Grundeinkommen (UBI), fiskalische Stimuluspakete (z.B. während COVID-19 oder der Energiekrise) sowie die Besteuerung von Erbschaften und Vermögen.

Sie liefert kausale Evidenz für die oft diskutierte Frage, ob und in welchem Umfang solche Zahlungen die Arbeitsbereitschaft mindern.

Die experimentelle Methodik, die zufällige Zuweisung von Windfall-Gains in unterschiedlicher Höhe, ermöglicht eine präzisere Schätzung der kausalen Effekte als frühere Studien und adressiert die Herausforderung exogener Vermögensänderungen in einer repräsentativen Stichprobe.

Wichtige Evidenz für Sozialpolitik

Das Working Paper liefert substanzielle, kausale Evidenz zu einer zentralen Frage der Arbeitsökonomie und Sozialpolitik.

Die Ergebnisse widerlegen die Annahme, dass bereits kleine Transfers das Arbeitsangebot signifikant reduzieren, und bieten eine wichtige empirische Grundlage für die Bewertung von UBI-Programmen und fiskalischen Stimuluspaketen.

Die nicht-lineare Reaktion ist ein entscheidender Befund, der die Komplexität von Arbeitsangebotsentscheidungen unterstreicht.

Quelle: Labor supply response to windfall gains

IN: