Lagarde: EZB-Vergütung transparent und im Einklang mit Standards
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die Transparenz und Höhe der Vergütung von hochrangigen EZB-Beamten gegenüber zwei Europaabgeordneten verteidigt. Gleichzeitig kündigte sie Verbesserungen bei der Zugänglichkeit der Daten an.
Transparenz im Einklang mit anderen Zentralbanken
Die EZB ist keine börsennotierte Gesellschaft, sondern eine Institution der Europäischen Union, eine Zentralbank und eine Bankenaufsichtsbehörde.
Die Offenlegung der Vergütung hochrangiger EZB-Beamter ist auf dem Niveau großer Zentralbanken und vergleichbarer öffentlicher Institutionen.
Alle Bestandteile der Vergütung für die Erfüllung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten bei der EZB sind über den Jahresbericht, den Jahresabschluss und die Anstellungsbedingungen des EZB-Präsidenten öffentlich verfügbar.
Präsidentin Lagarde betonte, dass die EZB ihre Richtlinien und Praktiken sowie das Niveau der Offenlegung kontinuierlich überprüft.
Zu diesem Zweck und auf ihren Vorschlag hin beschloss der Vorstand, die Nutzerfreundlichkeit der bereits verfügbaren Daten weiter zu verbessern.
Es wurde entschieden, die Informationen zur Vergütung der Mitglieder des Direktoriums leichter zugänglich zu machen, indem im Jahresabschluss 2025 die Prozentsätze des Grundgehalts für Funktionszulagen (Repräsentations- und Wohnungszulagen) aufgeführt werden.
Lagarde ist zuversichtlich, dass der EZB-Rat diese Verbesserungen bei der Prüfung des Jahresabschlusses nächste Woche positiv bewerten und unterstützen wird.
BIS-Mandat und Verhaltenskodex
Die Vergütung der Mitglieder des Direktoriums, einschließlich der EZB-Präsidentin, entspricht dem Durchschnitt großer Zentralbanken.
Die Vergütungsstruktur wurde 1998 bei der Gründung der EZB auf Vorschlag eines Ausschusses (bestehend aus hochrangigen Nicht-EZB-Beamten) festgelegt und seither nicht erhöht, abgesehen von jährlichen allgemeinen Gehaltsanpassungen.
Lagarde ist zudem Mitglied des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
Diese Tätigkeit, die mit Governance-Verantwortlichkeiten und potenzieller persönlicher Haftung verbunden ist, wurde von der BIZ im Jahr 2025 mit 130.457 CHF vergütet.
Da es sich um ein offizielles Mandat handelt und die Vergütung nicht von der EZB erfolgt, ist sie nicht im EZB-Jahresabschluss enthalten.