EZB verzeichnet sinkende Überschussliquidität und passt Faktorkategorien an
Die Überschussliquidität im Eurosystem ist zwischen Ende Juli und Anfang November 2025 weiter gesunken. Gleichzeitig hat die EZB ihre Kategorisierung der autonomen Liquiditätsfaktoren angepasst, um die Transparenz zu erhöhen.
Überschussliquidität fällt auf 2,6 Billionen Euro
Die Überschussliquidität im Euro-Bankensystem ist im Berichtszeitraum (30. Juli bis 4. November 2025) um 97 Mrd. Euro auf 2.614 Mrd. Euro gesunken.
Dieser Rückgang ist primär auf die geringeren Bestände des Eurosystems unter dem Asset Purchase Programme (APP) und Pandemic Emergency Purchasing Programme (PEPP) zurückzuführen, nachdem die Reinvestitionen des APP Anfang Juli 2023 und des PEPP Ende Dezember 2024 eingestellt wurden.
Dies wurde teilweise durch die fortgesetzte Reduzierung der Liquiditätsabsorption durch autonome Nettofaktoren ausgeglichen.
Die Liquiditätsbereitstellung durch geldpolitische Instrumente sank um 127 Mrd. Euro auf 3.901 Mrd. Euro.
Der EZB-Rat beließ die drei Leitzinsen, darunter den Einlagenzins bei 2,00 Prozent, während des gesamten Berichtszeitraums unverändert.
Neue Kategorisierung für mehr Transparenz
Die EZB hat ihre Kategorisierung der autonomen Liquiditätsfaktoren leicht angepasst, um das Verständnis der Liquiditätsimplikationen zu verbessern.
Neu werden die Faktoren in fünf Kategorien unterteilt: Netto-Euro-Vermögenswerte, Netto-Auslandsvermögen, Regierungseinlagen, Banknoten und sonstige autonome Faktoren.
Revaluierungskonten von Nicht-Euro-Beständen sind nun in den Netto-Auslandsvermögen integriert.
Zudem umfassen Netto-Euro-Vermögenswerte jetzt alle wichtigen Euro-denominierten, nicht-geldpolitischen Einlagen- und Investitionstätigkeiten.
Die Kategorie 'sonstige autonome Faktoren' enthält nun deutlich weniger Bilanzpositionen.
Strukturwandel im Liquiditätsmanagement
Der kontinuierliche Abbau der Überschussliquidität ist ein Zeichen für die Normalisierung der EZB-Bilanz nach den umfangreichen Anleihekaufprogrammen.
Die Anpassung der Faktorkategorien signalisiert den Wunsch nach erhöhter Transparenz in einem sich wandelnden geldpolitischen Umfeld.
Für Marktteilnehmer bedeutet dies eine klarere Sicht auf die Treiber der Liquiditätsentwicklung.