De Guindos präzisiert 'guten Ort': Wirtschaft resilient, Inflation konvergiert
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos betont die Resilienz der Wirtschaft und die Konvergenz der Inflation zum Zielwert. In einem Interview vom 6. Februar 2026 bekräftigte er die Angemessenheit des aktuellen Zinsniveaus, warnt jedoch vor globalen Risiken.
Wirtschaft resilient, Inflation auf Kurs
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos äußerte sich optimistisch zur wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum.
Die Wirtschaft habe sich widerstandsfähiger gezeigt als prognostiziert, wobei Frühindikatoren sogar auf ein stärkeres Wachstum im ersten Quartal 2026 hindeuten.
Die Gesamtinflation liegt bei 1,7 Prozent, während die Kerninflation sich dem Zielwert annähert, was bereits in den Projektionen berücksichtigt wurde.
De Guindos betonte, dass die EZB sich in einer besseren Wachstumsposition befinde und die Inflation konvergiere.
Er präzisierte auch die Aussage von Präsidentin Lagarde über einen 'guten Ort' der Wirtschaft.
Persönlich bevorzuge er die Formulierung, dass die Wirtschaft widerstandsfähiger sei und die Inflation sich dem Ziel nähere, um Missverständnisse zu vermeiden.
Dies verdeutliche, dass man sich in einer komfortablen Position bezüglich der Inflationsentwicklung befinde.
Gleichzeitig sei das Preisniveau für Verbraucher weiterhin hoch und das Wachstum nicht besonders stark.
Die Märkte verstünden die geldpolitische Haltung der EZB, so de Guindos, es sei jedoch wichtig, die Bedeutung des 'guten Ortes' klar zu kommunizieren.
Globale Risiken und Chinas Wettbewerbsdruck
Trotz der positiven Entwicklung sieht de Guindos mehrere Risiken.
An erster Stelle steht die geopolitische Lage, einschließlich der Entwicklungen in der Ukraine, im Nahen Osten und im Iran, die eine vorsichtige geldpolitische Haltung erfordern.
Zweitens entwickelt sich China zu einem Hauptkonkurrenten Europas, sowohl auf Übersee- als auch auf dem heimischen Markt, wo die Penetration chinesischer Produkte zunimmt.
Diese Entwicklung könnte zu einer Umleitung von Handelsströmen nach Europa führen und Inflation sowie Wachstum dämpfen.
De Guindos betonte, dass die Risiken insgesamt ausgewogen seien, die hervorgehobenen jedoch schneller greifbar und relevanter werden könnten.
Angesichts dieser Umstände hält er das aktuelle Zinsniveau für angemessen und plädiert für einen ergebnisoffenen Ansatz zur zukünftigen Geldpolitik.
Zwischen Resilienz und globalen Schatten
De Guindos' Interview zeichnet das Bild einer widerstandsfähigen Wirtschaft, deren Inflationsentwicklung auf dem richtigen Weg ist.
Doch die Betonung geopolitischer Spannungen und des chinesischen Wettbewerbsdrucks zeigt eine tief sitzende Vorsicht.
Die EZB bleibt datenabhängig und ergebnisoffen, was angesichts der volatilen globalen Lage eine kluge Strategie darstellt.