Makroeffekte von CO2-Energiepreisen: Geldpolitik im Modellvergleich
Eine neue EZB-Studie vergleicht Umwelt-Geldmodelle, um die Herausforderungen durch Preisänderungen bei kohlenstoffintensiver Energie für die Geldpolitik zu untersuchen. Die Analyse konzentriert sich auf den Euroraum und die Vereinigten Staaten.
CO2-Energiepreise: Inflationäre Schocks und Modellkonsens
Die Studie präsentiert einen neuartigen Modellvergleich zu den Herausforderungen, die Änderungen der Preise für kohlenstoffintensive Energie für die Geldpolitik mit sich bringen.
Die verwendeten Umwelt-Geldmodelle verfügen über eine detaillierte Multi-Sektor-Struktur.
Sowohl temporäre als auch permanente Energiepreisanstiege erzeugen inflationäre Effekte.
Der inflationäre Einfluss permanenter Schocks hängt jedoch von den zugrunde liegenden Modellannahmen und der geldpolitischen Reaktion ab.
Die Analyse zeigt zudem, dass die Modelle in ihren quantitativen und qualitativen Ergebnissen große Gemeinsamkeiten aufweisen, aber auch länderübergreifende Unterschiede bestehen.
Temporäre Preisanstiege führen zu vorübergehendem Inflationsdruck und Produktionsverlusten, wobei der Euroraum tendenziell stärker betroffen ist als die USA.
Permanente Preisanstiege verursachen dauerhafte Rückgänge des BIP und des Konsums in allen Modellen, mit einem durchschnittlichen langfristigen Produktionsverlust von rund einem Prozent.
Die Inflationsfolgen solcher Schocks hängen entscheidend von den geldpolitischen Strategien und der Erwartungsbildung ab.
Sechs Modelle im Vergleich: Sektorale Interaktionen im Fokus
Die Studie analysiert die makroökonomischen und geldpolitischen Implikationen temporärer und permanenter Preisanstiege bei kohlenstoffintensiver Energie.
Sie stützt sich auf einen systematischen Vergleich mehrerer großer Multi-Sektor-Geldmodelle, die von Zentralbanken und internationalen Institutionen entwickelt wurden.
Die untersuchten Modelle sind vollständig ausgebaute Multi-Sektor-New-Keynesianische Rahmenwerke, die für die Politik-Analyse verwendet werden.
Dazu zählen das BIS-MS-Modell, das SEEM-Modell, das EMuSe-Modell der Deutschen Bundesbank, das NAWM-E-Modell der EZB, das E-QUEST-Modell der Europäischen Kommission und das C-EAGLE-Modell des Eurosystems.
Diese Modelle berücksichtigen verschiedene sektorale, nominale und reale Rigiditäten, um Wechselwirkungen zwischen Preisen, sektoraler Dynamik und wirtschaftlichen Ergebnissen zu bewerten.
Grüne Transition: Inflationsrisiko oder Deflation?
Die Studie liefert entscheidende Erkenntnisse für die Debatte um die Inflationswirkungen der grünen Transition.
Sie zeigt klar auf, dass die geldpolitische Reaktion und Erwartungsbildung über die Preisentwicklung entscheiden.
Für Zentralbanken ist dies ein Weckruf, ihre Modelle um sektorale Details zu erweitern, um die komplexen Trade-offs besser zu verstehen.