EZB-Rat: Eurozone zeigt sich robust, Inflation auf Zielkurs trotz externer Schocks
Der EZB-Rat bewertete in seiner Sitzung vom 4.-5. Februar 2026 die Finanz-, Wirtschafts- und Währungsentwicklungen. Trotz geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich die Eurozone robust, und die Inflation bleibt auf mittelfristigem Zielkurs.
Märkte ignorieren geopolitische Turbulenzen
Isabel Schnabel hob hervor, dass die Finanzmärkte trotz gestiegener geopolitischer Unsicherheit und Handelsspannungen seit der Dezember-Sitzung des EZB-Rats weitgehend unbeeindruckt blieben.
Die Volatilität an den Aktien- und Anleihemärkten stieg nur geringfügig, während die Risikobereitschaft der Anleger auf einem Mehrjahreshoch verharrte.
Diese Gelassenheit sei auf eine veränderte Reaktion auf Risiko-Schocks zurückzuführen, bei der Anleger 'durch den Lärm' blickten.
Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar um 1 Prozent auf, primär infolge einer Dollarschwäche.
Die Inflation im Euroraum wird für die zweite Jahreshälfte 2026 bei rund 1,8 Prozent erwartet, hauptsächlich getrieben durch höhere Öl- und Industriemetallpreise.
Die Erwartungen für den EZB-Leitzins blieben niedrig, eine Erhöhung um 25 Basispunkte wird erst für Anfang 2028 eingepreist.
Die Finanzbedingungen im Euroraum haben sich insgesamt verbessert, gestützt durch höhere Risikoaktiva-Preise und niedrigere Realzinsen.
Inflation auf Zielkurs, Wirtschaft robust
Philip Lane berichtete, dass die HICP-Gesamtinflation im Januar auf 1,7 Prozent sank, von 2,0 Prozent im Dezember.
Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) verringerte sich auf 2,2 Prozent.
Die zugrunde liegenden Inflationsindikatoren blieben stabil und konsistent mit dem Zwei-Prozent-Ziel des EZB-Rats.
Das Lohnwachstum wird sich 2026 voraussichtlich auf 2,4 Prozent abschwächen, nach 3,2 Prozent im Jahr 2025.
Die Weltwirtschaft wuchs Ende 2025 stärker als erwartet.
Die Eurozone zeigte sich widerstandsfähig und wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, getragen von Dienstleistungen und einer robusten Industrie.
Die Binnenkonjunktur wird durch steigende Arbeitseinkommen und Investitionen gestützt.
Gelassene Analyse trotz globaler Stürme
Das Protokoll offenbart eine bemerkenswerte Gelassenheit des EZB-Rats angesichts externer Schocks.
Die Fokussierung auf die zugrunde liegende Widerstandsfähigkeit der Eurozone und die stabilen Inflationserwartungen signalisiert Vertrauen in den aktuellen geldpolitischen Kurs.
Dies deutet darauf hin, dass die EZB vorerst keine Notwendigkeit für eine Kursänderung sieht, auch wenn der Arbeitsmarkt erste Abkühlungstendenzen zeigt.
Quelle: Meeting of 4-5 February 2026
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