KMU halten mehr Bargeld als Wertspeicher – neue EZB-Studie
Eine neue EZB-Studie zeigt, dass europäische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Krisenzeiten mehr Bargeld als Wertspeicher halten. Dies wurde durch eine einzigartige Umfrage während der COVID-19-Pandemie belegt.
Bargeld als Schutzschild für KMU
Eine neue Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) beleuchtet die Bargeldnachfrage europäischer Unternehmen in Stresszeiten.
Die Analyse einer einzigartigen Umfrage während der COVID-19-Pandemie zeigt, dass Bargeldbestände invers zur Unternehmensgröße korrelieren.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) halten demnach im Verhältnis zu ihren größeren Pendants deutlich mehr Bargeld.
Zudem weisen bargeldintensive Sektoren und "bargeldfreundliche" Länder statistisch signifikant höhere durchschnittliche Bestände auf.
Die Autoren argumentieren, dass Bargeld in einem Niedrigzins- und Niedriginflationsumfeld als Wertspeicher dient, insbesondere für KMU, die in Krisenzeiten häufiger finanziell eingeschränkt sind.
Dies unterstreicht die präventive Rolle von Bargeld als Absicherung gegen Kreditversorgungsschocks oder Bankenausfallrisiken.
Bargeld in der digitalen Ära
Die Erkenntnisse der Studie tragen zur Debatte über die Geldpolitik und die effektive Untergrenze der Zinsen bei.
Sie liefern zudem wichtige Einblicke für die Gestaltung von digitalem Zentralbankgeld (CBDC).
Insbesondere die Kalibrierung von Haltegrenzen für Unternehmen und Händler könnte durch das dokumentierte precautionary motive beeinflusst werden.
Die Autoren betonen, dass Bargeld trotz staatlicher Unterstützung während der Pandemie, die Einkommensverluste in Sektoren wie dem Hotelgewerbe stark reduziert hat, weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Die Studie bestätigt, dass der Anstieg des Bargeldumlaufs zu Beginn der Pandemie durch eine vorsorgliche Nachfrage getrieben wurde.
Alte Funktion, neue Relevanz
Diese Studie liefert empirische Belege für die anhaltende Bedeutung von physischem Bargeld als Wertspeicher, insbesondere für KMU in unsicheren Zeiten.
Sie erinnert daran, dass auch in einer zunehmend digitalen Welt traditionelle Funktionen von Geld relevant bleiben und bei der Konzeption neuer Zahlungssysteme berücksichtigt werden müssen.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, die Rolle von Bargeld nicht zu unterschätzen.
Quelle: Money demand by non-financial corporations
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