EZB-Studie: AnaCredit zeigt Einfluss von Bankkrediten auf Firmeninvestitionen
Eine neue EZB-Studie untersucht mit der AnaCredit-Datenbank den Einfluss von Kreditangebotschocks auf Firmeninvestitionen im Euroraum. Granulare bankspezifische Schocks beeinflussen die Investitionen von bankabhängigen Unternehmen signifikant.
Das Paradox der Kreditdynamik
Eine neue EZB-Studie zerlegt mittels der AnaCredit-Datenbank das Kreditwachstum in vier Schockkomponenten: bank-, firmen-, branchen- und allgemeinspezifische Schocks.
Die Ergebnisse zeigen, dass bankspezifische Angebotsschocks die Investitionen von Unternehmen im Euroraum maßgeblich beeinflussen.
Besonders betroffen sind kleinere, jüngere und stark von Bankkrediten abhängige Firmen sowie solche mit hohem Kurzfrist-Schuldanteil.
Größere Unternehmen mit diversifizierten Finanzierungsquellen sind weniger anfällig.
Negative Schocks wirken sich dabei stärker aus als positive.
Immaterielle Investitionen bleiben weitgehend unberührt, da sie interne Finanzierung erfordern.
Mikro-Schocks mit Makro-Wirkung
Die Studie nutzt die Methodik von Amiti und Weinstein (2018), um Kreditwachstumsraten zu zerlegen und den Einfluss von bankspezifischen Schocks auf die aggregierte Kreditdynamik zu verstehen.
Auf makroökonomischer Ebene sind firmen- und bankspezifische Schocks die Haupttreiber aggregierter Kreditschwankungen.
Dies stützt die 'Finanzakzelerator'-Theorie, wonach Störungen an Kreditmärkten wirtschaftliche Schwankungen verstärken können.
Investitionsentscheidungen auf breiterer Ebene werden stärker von branchenweiten Trends und der Kreditnachfrage der Unternehmen beeinflusst.
Relevanz für die Geldpolitik
Diese Studie liefert wichtige empirische Belege für die Relevanz granularer Kreditangebotschocks und untermauert die 'Finanzakzelerator'-Theorie.
Die Erkenntnisse sind für die Geldpolitik von Bedeutung, da sie die heterogenen Auswirkungen von Kreditbedingungen auf die Realwirtschaft aufzeigen.
Insbesondere die Vulnerabilität kleinerer Firmen unterstreicht die Notwendigkeit differenzierter Ansätze in der Finanzstabilitätspolitik.