Neo-Konglomerate: Regulierungslücken in der EU
Ein EZB-Papier analysiert Herausforderungen durch Neo-Konglomerate für den EU-Regulierungsrahmen. Es identifiziert Lücken bei der Aufsicht über bankähnliche Dienstleistungen großer Nichtbanken-Gruppen und schlägt Lösungen vor.
Versteckte Risiken durch digitale Geschäftsmodelle
Das Papier beleuchtet, wie Finanzdienstleistungen durch digitale Entbündelung und Wiederbündelung, eingebettete Distribution und White-Label-Partnerschaften erbracht werden.
Fünf EU-Fallstudien, darunter Messaging-Apps und Super-Apps, illustrieren, wie Geschäftsmodelle, Lizenzstrukturen und Fintech-Partnerschaftsketten gruppenweite Risiken verschleiern können.
Dies erschwert die grenzüberschreitende Aufsicht und schafft potenzielle blinde Flecken im regulatorischen Rahmen.
Die Autoren betonen, dass diese Entwicklungen zu Fehlausrichtungen bei den Zielen für Aufsicht, Verhalten und operative Resilienz führen können, was die Finanzstabilität gefährdet.
Sektorale Regeln stoßen an Grenzen
Die aktuellen EU-Regulierungs- und Aufsichtsregeln sind weitgehend sektorspezifisch und zielen auf Banken, Wertpapierfirmen oder Emittenten von Finanzanlagen ab.
Viele Aktivitäten, wie Krypto-Lending, bleiben gänzlich unreguliert.
Wenn Finanzaktivitäten, insbesondere in den Bereichen Zahlungsverkehr, Krypto und Nichtbanken-Kreditvergabe, aufgeteilt und dann wieder gebündelt werden, können ihre Risiken und Interdependenzen unentdeckt bleiben.
Dies führt zu unzureichenden Kapitalanforderungen und Aufsichtslücken, da die Daten und Durchsetzungsinstrumente fehlen, um Risiken umfassend zu bewerten.
Regulierer müssen aufholen
Das Papier zeigt eindringlich, dass die aktuelle Regulierung der rasanten Entwicklung digitaler Finanzdienstleistungen hinterherhinkt.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind essenziell, um systemische Risiken einzudämmen und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.
Ohne eine schnelle Anpassung drohen weitere blinde Flecken, die die Finanzstabilität gefährden könnten.