EZB-Lohn-Tracker: Lohnwachstum im Euroraum normalisiert sich bis 2026
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EZB-Lohn-Tracker: Lohnwachstum im Euroraum normalisiert sich bis 2026

Der EZB-Lohn-Tracker signalisiert eine Normalisierung des Lohnwachstums im Euroraum. Bis Ende 2026 soll die Lohnentwicklung unter 3 Prozent liegen, mit 2,4 Prozent für geglättete Einmalzahlungen in 2026.

Lohnwachstum im Euroraum auf Normalisierungskurs

Der Lohn-Tracker der Europäischen Zentralbank (EZB), der aktive Tarifverträge abdeckt, zeigt für 2025 ein geglättetes Lohnwachstum von 3,2 Prozent (basierend auf 49,9 Prozent der Arbeitnehmer in den teilnehmenden Ländern) und für 2026 von 2,4 Prozent (33,1 Prozent Abdeckung).

Im Vergleich zur Dezember-Veröffentlichung 2025 wurde der geglättete Lohn-Tracker für 2026 um 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert.

Der Lohn-Tracker mit ungeglätteten Einmalzahlungen weist für 2025 ein Lohnwachstum von 3,0 Prozent und für 2026 von 2,7 Prozent aus.

Ohne Einmalzahlungen wird ein Rückgang von 3,9 Prozent in 2025 auf 2,7 Prozent in 2026 erwartet (ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte für 2026 nach oben korrigiert).

Der Haupt-Tracker ist besser geeignet, um vierteljährliche oder monatliche Dynamiken zu beschreiben, während der ungeglättete Tracker jährliche Entwicklungen besser abbildet.

Einmalzahlungen prägen den Ausblick für 2026

Für 2026 liegt der Haupt-Lohn-Tracker im ersten Halbjahr bei 2,1 Prozent und im zweiten Halbjahr bei 2,7 Prozent.

Dieser Anstieg im Jahresverlauf hängt mit dem Auslaufen des mechanischen Abwärtseffekts großer Einmalzahlungen zusammen, die 2024, aber nicht 2025 geleistet wurden.

Diese Effekte sollen im Laufe des Jahres 2026 weitgehend verschwinden, wodurch die verschiedenen Lohn-Tracker konvergieren dürften, da Einmalzahlungen an Relevanz verlieren.

Der EZB-Lohn-Tracker deutet zudem auf eine geringere Streuung der Lohnentwicklung zwischen den Euro-Ländern im Jahr 2026 hin als in den Vorjahren.

Auch der ungeglättete Tracker zeigt für 2026 (2,9 Prozent im ersten Halbjahr, 2,6 Prozent im zweiten Halbjahr) eine stabilere und weniger volatile Entwicklung.

Wichtiger Indikator, keine Garantie

Der EZB-Lohn-Tracker liefert wichtige Einblicke in die Lohnentwicklung, ist aber keine präzise Prognose.

Die Daten sind revisionsanfällig und erfassen nur verfügbare Tarifverträge, nicht die gesamte Lohnkompensation.

Für eine umfassende Einschätzung der Inflationsrisiken bleiben die breiteren Eurosystem-Projektionen entscheidend.