Strukturelle Hürden bremsen Europas grüne Transformation
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Strukturelle Hürden bremsen Europas grüne Transformation

Ein neuer EZB-Artikel analysiert die vielfältigen Hürden für Europas grüne Transformation. Marktversagen, Finanzierungsengpässe und fragmentierte Regulierung erfordern verstärkte politische Intervention.

Das Dickicht der grünen Hürden

Der Klimawandel manifestiert sich in Europa immer deutlicher: 2024 überstiegen die globalen Temperaturen erstmals 1,5°C über vorindustriellem Niveau.

Extreme Wetterereignisse verursachten zwischen 2021 und 2024 die größten Schäden seit 1980 und beeinflussten die Inflation, etwa bei Olivenölpreisen, die im Januar 2024 um 50 Prozent höher lagen als im Vorjahr.

Trotz eines Rückgangs der EU-Emissionen um 37 Prozent zwischen 1990 und 2024 sind weitere Anstrengungen nötig, um das Netto-Null-Ziel bis 2050 zu erreichen.

Insbesondere der Transport- und Energiesektor, die über die Hälfte der Emissionen verursachen, stehen im Fokus.

Die grüne Transformation erfordert massive Investitionen von jährlich 2,7 bis 3,7 Prozent des EU-BIP bis 2030, um neue Technologien zu entwickeln und zu verbreiten.

Das Netz der strukturellen Blockaden

Die Transformation wird durch Marktversagen wie Umwelt-Externalitäten und Wissens-Spillover behindert.

Weitere Hürden sind fragmentierte Regulierung, unzureichende Infrastruktur, geringe F&E-Investitionen und Finanzierungsengpässe.

CO2-Besteuerung allein reicht nicht aus; sie muss durch massive Investitionen, gezielte F&E-Subventionen und umfassende Strukturpolitik ergänzt werden.

Diese Barrieren beeinträchtigen auch die allgemeine Innovationsfähigkeit der EU.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hob hervor, dass erneuerbare Energien den besten Weg bieten, die Zielkonflikte von Sicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit in Europas Energiepolitik zu minimieren.

Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel

Die Analyse der EZB zeigt deutlich, dass die Überwindung dieser strukturellen Barrieren weit über den Klimaschutz hinausgeht.

Europas Fähigkeit, in neuen Technologien zu innovieren und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, hängt direkt von diesen Reformen ab.

Ohne entschlossenes Handeln droht die EU im globalen Rennen um grüne Technologien weiter ins Hintertreffen zu geraten, insbesondere gegenüber China.

Quelle: Overcoming structural barriers to the green transition

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