Lane würdigt Bulgariens Euro-Beitritt und skizziert Herausforderungen
ECB Speech Read in English

Lane würdigt Bulgariens Euro-Beitritt und skizziert Herausforderungen

EZB-Direktor Philip R. Lane gratuliert Bulgarien in Sofia zum Euro-Beitritt. Er betont den reibungslosen Übergang, die geringen Preiswirkungen und Bulgariens neue aktive Rolle in der EZB-Geldpolitik.

Bulgariens reibungsloser Euro-Start und neue Stimme

Der Euro-Bargeldwechsel in Bulgarien verlief reibungsloser als erwartet, ohne Störungen der Zahlungssysteme.

Bis Ende Januar 2026 machten Euro-Banknoten und -Münzen bereits 70 Prozent des gesamten Bargeldbestands aus.

Vorläufige Analysen deuten auf einen geringfügigen Einfluss auf das Preisniveau hin, vergleichbar mit den Erfahrungen anderer Beitrittsländer.

Während der Lew viele Jahre an den Euro gekoppelt war, hatte Bulgarien keine Rolle in der Geldpolitik.

Nun hat das Land einen Sitz im EZB-Rat und trägt zur Gestaltung der EZB-Politik bei.

Lane würdigte den Beitrag von Gouverneur Radev zur geldpolitischen Sitzung des EZB-Rats in der Vorwoche und hob die aktive Beteiligung der Bulgarischen Nationalbank in den Eurosystem-Ausschüssen hervor.

Einheitliche Geldpolitik als Schutzschild

Globale Herausforderungen wie geopolitische Verschiebungen, Digitalisierung und demografischer Wandel betreffen alle Euro-Länder.

Eine gemeinsame Geldpolitik bietet die beste Antwort auf externe Risiken und fungiert als effektiver Koordinationsmechanismus.

Die Skaleneffekte einer Währungsunion sind entscheidend: Sie ermöglichen eine höhere Denominierung von Transaktionen in der Inlandswährung, steigern die Effizienz und Liquidität des Finanzsystems und fördern die Entwicklung kostspieliger Infrastrukturen wie des digitalen Euro.

Diese Vorteile stärken die Widerstandsfähigkeit der Eurozone und ermöglichen Innovationen, die kleinere nationale Systeme nicht leisten könnten.

Konvergenzrisiken erfordern Wachsamkeit

Bulgarien muss seine institutionelle Qualität und Governance dringend verbessern, um das volle Potenzial des Euro-Beitritts auszuschöpfen.

Die erwartete schnellere Konvergenz birgt Risiken von Übertreibungen bei Kredit- und Immobilienpreisen, was eine wachsame makroprudenzielle Politik der Bulgarischen Nationalbank zwingend macht.

Ohne konsequente Reformen bei öffentlichen Finanzen und staatlichen Unternehmen bleibt der langfristige Erfolg der Integration jedoch fraglich.

Quelle: Philip R. Lane: Bulgaria and the euro

IN: