Lane warnt vor Inflationsrisiken durch Nahost-Krise
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Lane warnt vor Inflationsrisiken durch Nahost-Krise

EZB-Direktor Philip R. Lane beleuchtet die wirtschaftlichen Folgen der Nahost-Krise für den Euroraum. Er warnt vor anhaltenden Inflationsrisiken, die eine vorsichtige Geldpolitik erfordern.

Nahost-Krise bremst Wachstum, treibt Preise

Die Nahost-Krise belastet die Wirtschaftsaktivität und die Inflation im Euroraum.

Die Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent, hauptsächlich bedingt durch Irland.

Ohne Irland wuchs der Euroraum um 0,3 Prozent, gestützt durch Binnennachfrage und Exporte.

Der Arbeitsmarkt bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent im April widerstandsfähig.

Die Juni-Projektionen des Eurosystems sehen ein reales BIP-Wachstum von 0,8 Prozent (2026), 1,2 Prozent (2027) und 1,5 Prozent (2028) vor.

Die Gesamtinflation stieg im Mai auf 3,2 Prozent (von 3,0 Prozent im April), wobei die Energieinflation bei 10,8 Prozent verharrte.

Die Kerninflation erhöhte sich auf 2,6 Prozent (von 2,2 Prozent).

Die Gesamtinflation wird für 2026 auf durchschnittlich 3,0 Prozent, für 2027 auf 2,3 Prozent und für 2028 auf 2,0 Prozent prognostiziert.

Kurzfristige Inflationserwartungen liegen weiterhin deutlich über den Vorkriegsniveaus.

Robuste Reaktion auf erhöhte Unsicherheit

Als Reaktion auf die anhaltende Unsicherheit und die Inflationsrisiken erhöhte der EZB-Rat im Juni den Leitzins um 25 Basispunkte.

Philip R. Lane bezeichnete diese Entscheidung als 'robust'.

Er begründete dies mit ersten Anzeichen einer breiteren Inflationsauswirkung des Energieschocks und der Erwartung, dass die Inflation auch im mildesten Szenario lange genug über dem Ziel bleiben wird.

Die Unsicherheiten durch den Nahost-Konflikt bleiben hoch.

Der EZB-Rat wird die Lage genau beobachten und Zinsentscheidungen datenabhängig von Sitzung zu Sitzung treffen, ohne Vorfestlegung auf einen bestimmten Zinspfad.

Die zugrunde liegende Inflation und die Stärke der geldpolitischen Transmission sind dabei entscheidend.

Geduld ist die oberste Währung

Die EZB bleibt angesichts der fragilen Lage im Nahen Osten auf einem schmalen Grat.

Lanes Betonung der 'robusten Entscheidung' und der anhaltenden Risiken unterstreicht die Notwendigkeit einer vorsichtigen, datengetriebenen Geldpolitik.

Eine voreilige Lockerung scheint angesichts der Inflationsprojektionen und der Kerninflation unwahrscheinlich, was auf eine längere Phase erhöhter Zinsen hindeutet.

Quelle: Philip R. Lane: Introductory remarks

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