EZB-Projektionen: Inflation 2026 bei 3,0 Prozent
Philip R. Lane präsentiert die Juni-Projektionen der EZB-Mitarbeiter. Die Basisprognose für die HVPI-Inflation im Euroraum liegt 2026 bei 3,0 Prozent und sinkt bis 2028 auf 2,0 Prozent.
Energiepreise treiben Inflation 2026
Die aktuellen Juni-Projektionen der EZB-Mitarbeiter zeigen eine deutliche Anhebung der Inflationsprognose für 2026.
Die HVPI-Inflation wird für das laufende Jahr auf 3,0 Prozent geschätzt, eine Erhöhung um 1,1 Prozentpunkte gegenüber den Dezember-Projektionen 2025.
Für 2027 wird ein Wert von 2,3 Prozent und für 2028 von 2,0 Prozent erwartet.
Haupttreiber der Revision ist der Energieanteil, der 2026 mit 8,4 Prozent (revidiert um +9,4 Prozentpunkte) einen starken Anstieg verzeichnet, bevor er 2027 wieder auf -1,3 Prozent sinkt.
Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) liegt 2026 bei 2,5 Prozent und 2027 ebenfalls bei 2,5 Prozent, mit einer moderaten Anhebung von 0,3 bzw. 0,6 Prozentpunkten.
Das reale BIP-Wachstum wird für 2026 auf 0,8 Prozent prognostiziert, eine Senkung um 0,4 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Prognose.
Die Arbeitslosenquote bleibt 2026 stabil bei 6,3 Prozent.
Die technischen Annahmen basieren auf Markterwartungen mit Stichtag 21. Mai 2026.
Gemischte Signale vom Arbeitsmarkt
Neben den Inflations- und Wachstumsprognosen beleuchten die Präsentationsfolien auch aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt und in der Wirtschaftstätigkeit.
Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor zeigen gemischte Signale, wobei die neuesten Beobachtungen für Mai 2026 vorliegen.
Die Beschäftigungserwartungen im Euroraum sind stabil, wie die Umfragen der Europäischen Kommission und der EZB zeigen.
Die Lohnentwicklung wird genau beobachtet: Die Kompensation pro Arbeitnehmer wird für 2026, 2027 und 2028 jeweils mit 3,2 Prozent prognostiziert.
Indikatoren wie der EZB-Lohn-Tracker und der Indeed-Lohn-Tracker, mit Beobachtungen bis April 2026, liefern Einblicke in die Dynamik von Grundlöhnen und Einmalzahlungen.
Diese Daten sind entscheidend für die Bewertung des zugrunde liegenden Inflationsdrucks.
Inflationsdruck bleibt hartnäckig
Die deutliche Anhebung der Inflationsprognose für 2026, insbesondere durch den Energieanteil, signalisiert einen hartnäckigeren Preisdruck als zuvor angenommen.
Obwohl die Kerninflation moderater revidiert wurde, bleibt die Entwicklung der Energiepreise ein erhebliches Risiko für das Erreichen des Zwei-Prozent-Ziels.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass der Spielraum für schnelle Lockerungen begrenzt bleiben könnte, da die Preisstabilität weiterhin im Fokus steht.