Digitaler Euro: Pilotphase ab 2027, EU-Rat stärkt Bankenrolle
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Digitaler Euro: Pilotphase ab 2027, EU-Rat stärkt Bankenrolle

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone skizziert den Fahrplan für den digitalen Euro. Eine Pilotphase startet Mitte 2027, während der EU-Rat die Rolle der Banken bei der Verteilung stärkt.

Pilotphase ab 2027: Banken als zentrale Verteiler

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone stellte den aktuellen Stand und die nächsten Schritte für den digitalen Euro vor.

Nach der Untersuchungsphase (bis Okt. 2023) und einer Vorbereitungsphase (bis Okt. 2025) konzentriert sich die EZB nun auf die technische Weiterentwicklung, die Marktintegration und die Unterstützung des Gesetzgebungsprozesses.

Eine Pilotphase mit realen Transaktionen ist für Mitte 2027 geplant, mit dem Ziel, bis 2029 für eine mögliche erste Ausgabe bereit zu sein.

Banken und Zahlungsdienstleister (PSPs) spielen eine zentrale Rolle bei der Verteilung des digitalen Euros.

Sie sollen Kundenbeziehungen pflegen und Disintermediation verhindern.

Robuste Schutzmechanismen wie Haltegrenzen und keine Verzinsung sind vorgesehen, und Banken erhalten eine faire Vergütung für ihre Leistungen.

Kostenvorteile und regulatorische Stärkung der Banken

Das Vergütungsmodell des digitalen Euros verspricht Kosteneinsparungen für PSPs, indem es Scheme- und Verarbeitungsgebühren für Banken eliminiert und Händler- sowie Inter-PSP-Gebühren deckelt.

Dies reagiert auf den wachsenden Marktanteil internationaler Kartensysteme und digitaler Wallets.

Der digitale Euro soll private Zahlungslösungen ergänzen und als Fallback dienen.

Co-Badging mit physischen Karten und eine europäische Akzeptanzinfrastruktur fördern die Unabhängigkeit von internationalen Schemata.

Der EU-Rat verabschiedete am 19. Dezember 2025 seine Position zur Digital-Euro-Verordnung.

Diese stärkt die Rolle der Banken durch Regelungen zur Vergütung für eine Übergangszeit, zur offenen Finanzierung und zu Bargeldservices.

Wichtiger Schritt, aber Hürden bleiben

Die Präsentation skizziert einen klaren Fahrplan für den digitalen Euro, der legislative Fortschritte und technische Pilotprojekte umfasst.

Die Betonung der Bankenrolle und fairer Vergütung ist entscheidend für die Akzeptanz im Finanzsektor, doch die Komplexität der Integration bleibt eine Herausforderung.

Trotz ambitionierter Ziele bis 2029 wird der Erfolg letztlich von der Nutzerakzeptanz und der reibungslosen Koexistenz mit privaten Lösungen abhängen.

Quelle: Piero Cipollone: Digital euro

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