Europas Geld im Wandel: Freiheit zu zahlen bleibt
Piero Cipollone, EZB-Direktoriumsmitglied, betont die Evolution des europäischen Geldes. Er stellte im EU-Parlament Fortschritte beim Digitalen Euro und der Bargeld-Akzeptanz vor.
Bargeld und Digitaler Euro: Zwei Seiten einer Medaille
Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der EZB, unterstrich die zentrale Rolle des Bargelds für die Freiheit der Menschen, ihre Zahlungen zu tätigen.
Er begrüßte, dass die legislativen Vorschläge für das gesetzliche Zahlungsmittel Bargeld und den Digitalen Euro als ein einziges Paket behandelt werden, was die Gleichwertigkeit von physischem und digitalem Euro unterstreicht.
Die EZB unterstützt den Vorschlag zum gesetzlichen Zahlungsmittel Bargeld, da er dessen Akzeptanz und Verfügbarkeit sichert und die Bargeldpolitik im Euroraum harmonisiert.
Dieses Engagement spiegelt sich auch im Redesign der Euro-Banknoten wider, deren endgültiges Thema bis Ende des Jahres entschieden werden soll.
Die ersten Stückelungen der neuen Serie mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen und nachhaltigeren Materialien werden Anfang der 2030er Jahre ausgegeben.
Bargeld und Digitaler Euro sichern gemeinsam die monetäre Souveränität und die Wahlfreiheit bei Zahlungen.
Europäische Standards für digitale Souveränität
Europa ist stark von proprietären Standards internationaler Kartensysteme abhängig, was die Skalierbarkeit europäischer Zahlungslösungen begrenzt.
Der Digitale Euro soll dies ändern, indem er einheitliche, offene Standards im gesamten Euroraum etabliert.
Dies ermöglicht es privaten europäischen Anbietern, ihre Lösungen ohne zusätzliche Terminal-Upgrades zu erweitern.
Im Mai unterzeichnete die EZB Kooperationsabkommen mit drei europäischen Standardisierungsorganisationen, um dem Markt frühzeitig Klarheit über die zu verwendenden Standards zu geben.
Diese Transparenz reduziert Anpassungskosten und fördert eine koordinierte Einführung.
Cipollone betonte, dass technische Klarheit allein nicht ausreicht; die Gesetzgeber müssen rechtliche Sicherheit schaffen.
Tempo der Gesetzgebung entscheidet
Die technischen Vorbereitungen für den Digitalen Euro, inklusive der Pilotphase ab 2027, schreiten voran und zeigen das Engagement der EZB.
Doch ohne eine zeitnahe und umfassende rechtliche Absicherung durch die Gesetzgeber bleibt das Projekt in seiner Wirkung begrenzt.
Die wahre Freiheit zu zahlen, sowohl mit Bargeld als auch digital, hängt entscheidend von dieser politischen Weichenstellung ab.