Cipollone: Digitaler Euro stärkt Souveränität und Datenschutz
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Cipollone: Digitaler Euro stärkt Souveränität und Datenschutz

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone äußert sich im Interview mit Ouest-France zum Digitalen Euro und zur Geldpolitik. Er betont die Legitimität des Projekts durch das EU-Parlament und dessen Rolle für Europas Souveränität.

Digitaler Euro: Souveränität und höchste Privatsphäre

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone hebt die hohe Legitimität des Digitalen Euro durch das Votum des Europäischen Parlaments hervor.

Fast 70 Prozent der Abgeordneten stimmten dafür, nachdem alle europäischen Stakeholder angehört wurden.

Cipollone begegnet Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes mit dem Hinweis auf das Design des Digitalen Euro: Offline-Zahlungen bieten Bargeld-ähnliche Privatsphäre, während bei Online-Transaktionen die Zentralbank keine Kenntnis über den Zahler hat.

Alle Daten werden verschlüsselt, nur die Bank des Nutzers kennt die Details.

Dies sei eine technische Antwort, die aber auch geopolitische Vorteile biete, da die meisten europäischen Zahlungsinfrastrukturen nicht in europäischer Hand seien.

Der Digitale Euro soll die reibungslose Funktion und Kontinuität der Zahlungssysteme sicherstellen.

Pilotphase und geschätzte Kosten

Ein Pilotprojekt für den Digitalen Euro startet im September 2027 für zwölf Monate.

Es wird Händler, Banken sowie Mitarbeiter der EZB und nationaler Zentralbanken als Nutzer einbeziehen.

36 Teilnehmer wurden ausgewählt, darunter französische Anbieter wie BPCE und Worldline.

Die Entwicklungskosten für das Eurosystem werden auf rund 1,3 Milliarden Euro geschätzt, mit jährlichen Betriebskosten von etwa 320 Millionen Euro, die durch Seigniorage ausgeglichen werden.

Die jährlichen Kosten für Banken zur Vorbereitung belaufen sich auf maximal 3,4 Prozent ihres IT-Budgets über vier Jahre.

Diese Kosten bleiben damit überschaubar.

Zinsstraffung und digitale Innovation

Die EZB muss trotz importierter Inflation die Zinsen anheben, um Zweitrundeneffekte zu verhindern und Inflationserwartungen bei zwei Prozent zu verankern.

Dies ist entscheidend, um eine nachhaltige Rückkehr zur Preisstabilität zu gewährleisten.

Gleichzeitig soll der Digitale Euro europäische Zahlungslösungen stärken, Innovationen fördern und Transaktionsgebühren senken, was letztlich den Verbrauchern zugutekommt.

Quelle: Piero Cipollone: Interview with Ouest-France

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