EZB: Digitaler Euro und Tokenisierung sichern Stabilität
Piero Cipollone vom EZB-Direktorium betont die Notwendigkeit, Zentralbankgeld an die digitale Ära anzupassen. Dies sichert Stabilität und Relevanz durch den digitalen Euro, Tokenisierung und verbesserte grenzüberschreitende Zahlungen.
Drei Herausforderungen für den Euro
Die Digitalisierung beeinflusst alle Ebenen des Geld- und Zahlungssystems im Euroraum und stellt die EZB vor spezifische Herausforderungen.
Im Privatkundengeschäft fehlt ein einheitliches europäisches digitales Zahlungsmittel, was zu einer starken Abhängigkeit von wenigen nicht-europäischen Anbietern führt.
Im Großkundengeschäft droht Zentralbankgeld an Relevanz zu verlieren, wenn es sich nicht an die Tokenisierung anpasst, die Finanzmärkte effizienter gestalten könnte.
Schließlich bleiben grenzüberschreitende Zahlungen zu langsam, zu teuer und zu intransparent, was in einer offenen Wirtschaft wie der Eurozone, wo der Außenhandel die Hälfte des BIP ausmacht, ein erhebliches Problem darstellt.
Die EZB muss hier kohärente Antworten finden, um Innovation und Effizienz zu fördern, ohne die Finanzstabilität zu untergraben oder das Vertrauen in Zentralbankgeld zu schwächen.
Der digitale Euro nimmt Gestalt an
Als eine der drei Säulen der umfassenden Zahlungsstrategie bereitet sich die EZB auf die mögliche Ausgabe eines digitalen Euros vor.
Dieser ist als digitale Form von Bargeld für alltägliche Einzelhandelszahlungen gedacht und soll physisches Bargeld oder private Lösungen ergänzen, nicht ersetzen.
Er wird keine Zinsen abwerfen und individuelle Bestände werden begrenzt, um die Finanzstabilität zu wahren.
Der digitale Euro soll online und offline verfügbar sein, die Widerstandsfähigkeit stärken und die Privatsphäre schützen.
Er erhält zudem den Rechtsstatus eines gesetzlichen Zahlungsmittels, was seine Akzeptanz im gesamten Euroraum erleichtern soll.
Eine Pilotphase könnte Mitte 2027 beginnen, die erste Ausgabe ist für 2029 geplant.
Proaktive Anpassung sichert Relevanz
Die EZB reagiert proaktiv auf die digitale Transformation, um die Relevanz von Zentralbankgeld in einer sich wandelnden Wirtschaft zu sichern.
Diese Strategie ist entscheidend, um finanzielle Stabilität und monetäre Souveränität in einem zunehmend fragmentierten Zahlungsverkehr zu gewährleisten.
Der gestaffelte Ansatz, der auch die Integration des Privatsektors vorsieht, ist für eine breite Akzeptanz und erfolgreiche Umsetzung unerlässlich.
Quelle: Piero Cipollone: Money in the digital age
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