Digitaler Euro: EZB bereitet Einführung für 2029 vor
Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt die technischen Vorbereitungen für die mögliche Einführung eines digitalen Euro ab 2029 voran. EZB-Direktor Piero Cipollone betonte vor dem EU-Parlament die Bedeutung von Inklusion, Innovation und der Integration in das bestehende Zahlungsökosystem.
Wegbereiter für digitale Souveränität
Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), informierte das EU-Parlament über den Fortschritt des digitalen Euro.
Die Initiative sei entscheidend für die Stärkung der monetären Souveränität der EU, die Reduzierung der Fragmentierung im Privatkundenzahlungsverkehr und die Unterstützung der Integrität des Binnenmarktes.
Das Eurosystem bereitet sich technisch vor, um einen digitalen Euro zu gewährleisten, der überall im Euroraum und für alle Anwendungsfälle funktioniert.
Eine Ausgabe des digitalen Euro wird erst nach Verabschiedung der Gesetzgebung und in voller Übereinstimmung damit erfolgen.
Parallel dazu wird "Pontes", die DLT-Lösung des Eurosystems, im dritten Quartal 2026 eingeführt, um die Abwicklung von DLT-basierten Transaktionen mit Zentralbankgeld zu ermöglichen.
Zudem wurde eine Roadmap für "Appia" veröffentlicht, eine Initiative zum Aufbau eines integrierten europäischen Marktes für digitale Vermögenswerte.
Cipollone hob vier Schwerpunkte hervor: Inklusion und Zugänglichkeit, Innovation, die Integration in das europäische Zahlungsverkehrsökosystem sowie Pilotaktivitäten.
Innovation als Wachstumstreiber
Der digitale Euro soll als gemeinsame Zahlungsinfrastruktur und mit geteilten Standards den Markt befähigen, innovative Mehrwertdienste zu entwickeln.
Seine pan-europäische Reichweite ermöglicht es dem Privatsektor, Lösungen über Ländergrenzen hinweg zu skalieren und neue Geschäftsmodelle zu erproben.
Eine 2024 gestartete Initiative mit rund 70 Marktteilnehmern zeigte bereits konkrete Ideen auf, wie der digitale Euro Innovationen fördern kann.
Die EZB wird diese Zusammenarbeit in zwei Bereichen fortsetzen: Experimente und Exploration.
Der Experimente-Strang konzentriert sich auf die Entwicklung innovativer Funktionen wie bedingte Zahlungen, 24/7-Verfügbarkeit und pan-europäische Reichweite, um die Nutzererfahrung zu verbessern.
Dazu gehören E-Belege, Rechnungsaufteilung und Budgetverwaltungstools.
Ein Hackathon zu Offline-Zahlungen ist ebenfalls geplant.
Der Exploration-Strang untersucht zukünftige technologische Entwicklungen wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Zahlungsverkehr und Machine-to-Machine-Anwendungen, um europäische Zahlungswege zu sichern und Abhängigkeiten zu vermeiden.
Europas Antwort auf globale Abhängigkeiten
Der digitale Euro ist weit mehr als nur eine technische Neuerung; er ist ein strategisches Projekt zur Stärkung der europäischen Autonomie im Zahlungsverkehr.
Die Betonung von Inklusion und Innovation ist entscheidend, um Akzeptanz zu schaffen und die Dominanz nicht-europäischer Anbieter zu brechen.
Sein Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der schnellen Verabschiedung der Gesetzgebung und der aktiven Beteiligung des Privatsektors ab, um die angestrebte Skalierung zu erreichen.