Cipollone: Digitaler Euro 2029, Pontes startet September 2026
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Cipollone: Digitaler Euro 2029, Pontes startet September 2026

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone skizziert die digitale Zukunft des Euro-Zahlungsverkehrs. Der digitale Euro soll 2029 kommen, während das Tokenisierungs-Projekt Pontes bereits im September 2026 startet.

Europas Zahlungsverkehr im Wandel

Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt eine umfassende Zahlungsstrategie, um einen integrierten, innovativen und wettbewerbsfähigen europäischen Zahlungsmarkt zu fördern.

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, betonte die Notwendigkeit eines vorausschauenden Ansatzes angesichts der Digitalisierung und neuer Technologien wie der Distributed-Ledger-Technologie (DLT).

Ein zentrales Element ist der digitale Euro, der als digitale Form von Bargeld für den Einzelhandel konzipiert ist.

Er soll online und offline im gesamten Euroraum verfügbar sein und die Wahlfreiheit zwischen Bargeld und digitalen Zahlungen ergänzen.

Die Verteilung erfolgt über lizenzierte Zahlungsdienstleister (PSPs) und Banken, wobei robuste Schutzmechanismen wie Haltegrenzen und keine Verzinsung vorgesehen sind.

Der digitale Euro soll eine europäische Akzeptanzinfrastruktur mit offenen Standards für private Lösungen etablieren und eine Innovationsplattform bieten.

Tokenisiertes Zentralbankgeld für Großkunden

Neben dem digitalen Euro für den Einzelhandel erforscht die EZB neue Wege zur Bereitstellung von Zentralbankgeld für digitale Großtransaktionen.

Die Tokenisierung verspricht Effizienz und Innovation in den Kapitalmärkten, die derzeit durch fragmentierte Ledger und Regulierung gekennzeichnet sind.

Das Eurosystem reagiert darauf mit Initiativen für tokenisiertes Zentralbankgeld, das als risikofreier Abwicklungsanker dienen soll.

Die Projekte Pontes und Appia sind hierbei entscheidend: Pontes soll ab September 2026 eine Brücke zwischen DLT-Plattformen und TARGET-Diensten schlagen, um DLT-Transaktionen in Zentralbankgeld abzuwickeln.

Appia, dessen Vision in einem Blueprint 2028 dokumentiert werden soll, unterstützt die Entwicklung eines zukunftsfähigen, integrierten tokenisierten Ökosystems in einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

Zudem engagiert sich die EZB im Rahmen der G20-Ziele für die Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen, unter anderem durch die Verknüpfung von TIPS mit externen Schnellzahlungssystemen und die Teilnahme am BIS-Projekt Agorá.

Ein ambitionierter Zeitplan

Der Zeitplan für den digitalen Euro bis 2029 und der Start von Pontes im September 2026 sind ambitioniert.

Die erfolgreiche Umsetzung erfordert nicht nur technische Reife, sondern auch eine zügige legislative Unterstützung und breite Akzeptanz.

Ohne klare politische Weichenstellungen und Marktengagement bleiben die Potenziale ungenutzt.