Wetterextreme destabilisieren Finanzsystem bei Instabilität
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Wetterextreme destabilisieren Finanzsystem bei Instabilität

Ein neues EZB Working Paper quantifiziert die Auswirkungen schwerer Wetterereignisse auf die US-Wirtschaft. Die Studie zeigt, dass diese Schocks das Finanzsystem vor allem in Phasen finanzieller Instabilität destabilisieren.

Schäden am Kapital als Hauptübertragungsweg

Schwere Wetterereignisse haben einen negativen Einfluss auf reale und finanzielle US-Variablen, insbesondere auf Investitionen und das Eigenkapital der Banken.

Dieser Effekt ist jedoch nur in Perioden finanzieller Instabilität, wie der Großen Rezession, signifikant.

Die Studie zeigt, dass diese Schocks die nominalen Variablen kaum beeinflussen und niemals eine relevante Quelle für Konjunkturzyklen sind.

Die Hauptübertragung erfolgt über eine Verschlechterung der Kapitalqualität: Die Zerstörung physischen Kapitals beeinträchtigt sowohl produzierende Unternehmen als auch die Vermögensseite der Banken, was zu einer Bilanzverschlechterung und einem Anstieg der Kreditprämien führt.

Dies löst einen Akzelerator-Mechanismus aus.

Einzelne Komponenten wie Temperatur- und Meeresspiegel-Schocks verursachen die größten BIP-Rückgänge.

Finanzsystem als Verstärker von Wetterrisiken

Das Papier schließt eine Forschungslücke, indem es das Finanzsystem formal in die Bewertung der makroökonomischen Auswirkungen schwerer Wetterereignisse integriert.

Die Autoren entwickeln ein New Keynesianisches dynamisches stochastisches allgemeines Gleichgewichtsmodell (NK DSGE), das US-Banken und Finanzakzelerator-Mechanismen berücksichtigt.

Um die nicht-lineare Beziehung zwischen finanzieller Instabilität und Wetterereignissen abzubilden, schätzen sie das Modell unter der Annahme, dass die Wirtschaft zwischen Phasen finanzieller Stabilität und Instabilität wechseln kann, unter Verwendung eines Markov-Switching-Ansatzes.

Die Intuition ist, dass negative Schockfolgen ausgeprägter sind, wenn Banken bereits unter Stress stehen.

Klimaresilienz durch Finanzstabilität

Diese Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur Debatte um Klimarisiken, indem sie die Rolle des Finanzsystems als Verstärker hervorhebt.

Die Erkenntnis, dass Wetterextreme nur bei bestehender Finanzinstabilität signifikant wirken, ist zentral für die Politikgestaltung.

Sie unterstreicht die Notwendigkeit robuster Finanzsysteme als erste Verteidigungslinie gegen Klimaschocks.

Quelle: Severe weather and financial (in)stability

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