Euro-Zinskurve 2025: Langfristige Renditen steigen deutlich
ECB Paper Read in English

Euro-Zinskurve 2025: Langfristige Renditen steigen deutlich

Die Euro-Zinskurve hat sich 2025 deutlich versteilert, da die langfristigen Zinsen stark anstiegen. Kredite über längere Zeiträume wurden teurer – ein ungewöhnlich starker Shift.

Realzinsen treiben Versteilerung

Im Jahr 2025 blieben die risikofreien Zinsen am kurzen Ende der Euro-Zinskurve nahezu unverändert.

Am langen Ende (zehn Jahre) stiegen sie jedoch um über 40 Basispunkte, am sehr langen Ende (30 Jahre) sogar um rund 90 Basispunkte.

Dies führte zu einer deutlichen Versteilerung der Kurve in beiden Segmenten.

Auffällig ist, dass diese Versteilerung fast ausschließlich auf Veränderungen der realen Zinskomponente zurückzuführen ist, während die Inflationserwartungen der Investoren weitgehend stabil blieben.

Dies deutet auf Faktoren wie ein erhöhtes Angebot an sicheren Vermögenswerten oder ein höheres potenzielles Wirtschaftswachstum hin.

Globale Treiber und nationale Unterschiede

Die Versteilerung der Euro-Zinskurve im Jahr 2025 war besonders am sehr langen Ende ungewöhnlich ausgeprägt und übertraf nur das Jahr 2009.

Diese Entwicklung führte zudem zu einer Umkehr einer historisch seltenen Inversion in verschiedenen Segmenten der Kurve.

Als Treiber identifiziert der Blogpost eine ungewöhnlich starke globale Komponente, die alle Zinskurven großer Volkswirtschaften ähnlich beeinflusste.

Hinzu kamen eurogebietsspezifische Faktoren wie die Ankündigung einer fiskalischen Expansion in Deutschland und Sorgen um die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung.

Die Versteilerung verlief jedoch nicht einheitlich: Deutschland und Frankreich verzeichneten stärkere Anstiege als Italien oder Spanien.

Normalisierung mit Warnsignalen

Die Analyse der EZB zeigt eine wichtige Normalisierung der Zinskurve nach einer langen Inversionsphase.

Gleichzeitig offenbart sie jedoch tiefere Sorgen um Realzinsen und Fiskalpolitik, die über reine Inflationserwartungen hinausgehen.

Für Anleger und Politik bedeutet dies, dass die Finanzierungskosten nicht nur durch die EZB, sondern zunehmend durch globale und nationale Haushaltsentwicklungen bestimmt werden.