AMCs stabilisieren Kreditmärkte bei steigenden Problemkrediten
Asset Management Companies (AMCs) stabilisieren Kreditmärkte effektiv, indem sie den Teufelskreis zwischen steigenden Problemkrediten und höheren Zinsen durchbrechen. Eine neue EZB-Studie zeigt, dass AMCs staatlichen Kreditkäufen in dieser Hinsicht überlegen sind.
AMCs durchbrechen den Teufelskreis der Problemkredite
Asset Management Companies (AMCs) sind ein wirksames Instrument zur Stabilisierung von Kreditmärkten, wenn notleidende Kredite (NPLs) stark ansteigen.
Ein neues EZB Working Paper belegt, dass AMCs den schädlichen Rückkopplungsmechanismus durchbrechen, bei dem hohe Ausfallraten die Kreditkosten erhöhen, was wiederum zu mehr Ausfällen führt.
Sie tun dies, indem sie NPLs von Banken zu ihren langfristigen Wiederherstellungswerten ankaufen und so die effektive Ausfallrate für Banken fixieren.
Dies ermöglicht es Banken, niedrigere Kreditzinsen anzubieten und die Kreditvergabe zu stabilisieren.
Im Gegensatz dazu erweitern staatliche Käufe von werthaltigen Krediten zwar das Kreditangebot, lassen den Rückkopplungsmechanismus jedoch intakt und können Bankeinlagen verdrängen.
Eine Kalibrierung auf den Euroraum zeigt, dass AMCs die quartalsweisen Ausfallraten um 0,8 Prozentpunkte senken, die Kreditzinsen um 1,6 Prozentpunkte reduzieren und die Wohlfahrt um 0,2 Prozent steigern.
Europas Erfahrung mit faulen Krediten
Zwischen 2014 und 2018 waren fast 10 Prozent der Kredite europäischer Banken notleidend.
Diese hohen Quoten beeinträchtigten die Rentabilität und das Kreditwachstum der Banken erheblich, selbst nachdem Zentralbankoperationen die Finanzierung wiederhergestellt hatten.
Das Problem war nicht Liquidität, sondern der Teufelskreis aus hohen Ausfallraten und steigenden Kreditzinsen.
Mehrere europäische Regierungen reagierten mit der Gründung von AMCs.
Beispiele sind Irland (mit Vermögenswerten von 44 Prozent des BIP), Spanien und Slowenien (10 bis 16 Prozent des BIP).
Private Märkte für NPLs scheiterten oft an Informationsasymmetrien, oligopsonistischen Strukturen und rechtlichen Hürden.
AMCs können diese Reibungsverluste mindern und so die Entwicklung privater Märkte fördern.
Gezielte Intervention mit klarer Wirkung
Die Studie liefert eine wichtige quantitative Begründung für den Einsatz von Asset Management Companies.
Sie zeigt präzise auf, wie AMCs einen spezifischen Marktfehler beheben, den andere Interventionen nicht adressieren können.
Dies unterstreicht ihren Wert als gezieltes Instrument in der geldpolitischen Werkzeugkiste zur Bewältigung von Problemkrediten.