Stablecoins: Risiko für Banken und geldpolitische Steuerung
Eine neue EZB-Studie zeigt, dass Stablecoins die Bankenfinanzierung und die geldpolitische Transmission beeinträchtigen. Sie können Einlagen abziehen und die Kontrolle der Zentralbanken schwächen.
Einlagen-Substitution schwächt Banken
Stablecoins führen zu einer Einlagen-Substitution, bei der Gelder von traditionellen Bankeinlagen in digitale Assets verlagert werden.
Dies erhöht die Abhängigkeit der Banken von teurerer Großhandelsfinanzierung und kann ihre Kreditvergabekapazität einschränken.
Die Studie belegt einen messbaren Rückgang der Privatkundeneinlagen und eine Reduzierung der Kreditvergabe an Unternehmen.
Diese Effekte sind nichtlinear und hängen von der Skalierung der Stablecoin-Adoption, ihrem Design und ihrer Regulierung ab.
Die Forscher nutzten vertrauliche Daten von Euro-Banken und deren Kreditnehmern, kombiniert mit Google Trends-Daten zur öffentlichen Aufmerksamkeit für Stablecoins, um diese Dynamiken zu quantifizieren.
Banken mit höheren Anteilen an Privatkundeneinlagen zeigen eine stärkere Kreditreaktion auf Rückgänge bei Übernachteinlagen.
Geldpolitische Transmission unter Druck
Die Studie zeigt, dass Stablecoins die Weitergabe von Leitzinsänderungen an Bankfinanzierungskosten und Kreditkonditionen verändern und die Vorhersehbarkeit geldpolitischer Maßnahmen schwächen können.
Besonders kritisch ist die Verbreitung von Stablecoins, die auf Fremdwährungen wie den US-Dollar lauten.
Diese könnten ausländische geldpolitische Bedingungen in den Euroraum „importieren“, was die Kontrolle der EZB über die Finanzbedingungen und die Wirksamkeit traditioneller Instrumente zur Inflations- und Wirtschaftsstabilisierung untergraben würde.
Banken mit höherer Exposition gegenüber Fremdwährungs-Großhandelsfinanzierung zeigen eine schwächere Reaktion auf inländische geldpolitische Schocks, was die geldpolitische Transmission schwächt und die monetäre Souveränität potenziell erodiert.
Regulierung ist das Gebot der Stunde
Diese Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit einer durchdachten Regulierung von Stablecoins.
Ohne klare Regeln für Transparenz, Kapitalpuffer und Aufsicht könnten die Risiken für die Finanzstabilität und die geldpolitische Souveränität erheblich zunehmen.
Initiativen wie digitale Zentralbankwährungen bieten eine vielversprechende Alternative, um Innovation zu fördern und gleichzeitig die Kontrolle über die Geldpolitik zu wahren.
Quelle: Stablecoins and monetary policy transmission
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