Eurozone-Unternehmen spüren verschärfte Kreditbedingungen und höhere Zinsen
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Eurozone-Unternehmen spüren verschärfte Kreditbedingungen und höhere Zinsen

Eine neue EZB-Umfrage zeigt, dass Unternehmen im Euroraum im vierten Quartal 2025 mit verschärften Kreditbedingungen und gestiegenen Zinsen konfrontiert waren. Netto 12 Prozent der Firmen meldeten höhere Bankzinsen, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal.

Kreditmärkte ziehen die Zügel an

Die 37. Runde der EZB-Umfrage zum Zugang zu Finanzierungen (SAFE) belegt eine weitere Verschärfung der Bankkreditbedingungen im Euroraum.

Netto 12 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass die Zinsen für Bankkredite im vierten Quartal 2025 gestiegen sind, verglichen mit nur 2 Prozent im Vorquartal.

Sowohl große Unternehmen als auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verzeichneten einen Anstieg der Zinsen (12 Prozent bzw. 13 Prozent).

Auch andere Kreditkonditionen, sowohl preisliche als auch nicht-preisliche Faktoren, wurden als leicht verschärft wahrgenommen.

Gleichzeitig stieg der Finanzierungsbedarf für Bankkredite moderat an (netto 3 Prozent), während die Verfügbarkeit leicht sank (netto 2 Prozent der Firmen).

Dies führte zu einem Anstieg des Finanzierungslückenindikators auf 3 Prozent, von 1 Prozent im Vorquartal.

Wirtschaftliche Sorgen und Fachkräftemangel

Im vierten Quartal 2025 verzeichneten Unternehmen im Euroraum einen Umsatzanstieg von netto 7 Prozent, mit optimistischen Erwartungen für das erste Quartal 2026. Die Profitabilität sank jedoch weiter, da netto 10 Prozent der Firmen einen Gewinnrückgang meldeten.

Die allgemeine Wirtschaftslage wurde von netto 20 Prozent der Unternehmen als größtes Hindernis für die Verfügbarkeit externer Finanzierungen genannt.

Die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und steigende Produktions- oder Arbeitskosten (jeweils 59 Prozent der Firmen) bleiben die dominierenden Sorgen, die die Produktion hemmen.

Nur ein Viertel der Firmen sah den Zugang zu Finanzierungen als Hauptproblem.

Die Investitionen stiegen bei netto 6 Prozent der Firmen, mit leicht positiveren Erwartungen für die Zukunft.

Gemischte Signale für die EZB

Die Umfrage zeigt eine Divergenz: Während sich die Kreditbedingungen verschärfen, bleiben die Inflationserwartungen der Unternehmen stabil.

Dies deutet auf eine anhaltende Straffung der Finanzierungsbedingungen hin, die jedoch durch optimistische Umsatzerwartungen und eine verbesserte Kreditvergabebereitschaft der Banken abgemildert wird.

Für die EZB bedeutet dies, dass der Disinflationsprozess durch die Kreditmärkte unterstützt wird, aber die zugrunde liegende Wirtschaft weiterhin Resilienz zeigt.