US-China-Zölle: Produktionseffekte verstärken Kontraktion
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US-China-Zölle: Pro­duk­ti­ons­ef­fek­te verstärken Kontraktion

Eine EZB-Studie zeigt, wie ein US-China-Zollkrieg makroökonomisch wirkt. Die Zölle verursachen asymmetrische Effekte: Das zollerhebende Land trägt die Inflationslast, das Zielland erleidet den größeren Produktionsrückgang.

Asymmetrische Lasten im Zollkrieg

Die EZB-Studie analysiert die kurzfristige makroökonomische Transmission eines US-China-Zollkriegs mittels eines offenen, multisektoralen Neukeynesianischen Modells.

Es umfasst vier Wirtschaftsblöcke – USA, China, Eurozone und Rest der Welt – mit 44 Sektoren.

Das Modell integriert inländische und internationale Input-Output-Verknüpfungen, sektorale nominale Rigiditäten und heterogene Währungsfakturierung.

Ein reziproker Zollsatzanstieg von 10 Prozentpunkten in allen handelbaren Fertigungssektoren führt zu asymmetrischen Auswirkungen: Das zollerhebende Land (USA) trägt die größere Inflationslast, da zollinklusive Importpreise direkt in Kosten eingehen.

Das Zielland (China) erleidet den größeren Produktionsrückgang, angetrieben durch den Einbruch der Auslandsnachfrage.

Quantitativ ist der anfängliche Rückgang des chinesischen BIP nach US-Zöllen etwa sechsmal so hoch wie der entsprechende US-Produktionsverlust, während die US-VPI-Inflation um etwa 0,13 Prozentpunkte steigt.

Netzwerkeffekte und Währungsfragen

Input-Output-Verknüpfungen stellen einen wichtigen Verstärkungsmechanismus dar.

Der Zollschock propagiert über die direkt betroffene bilaterale Grenze hinaus: nachgelagert durch höhere importierte Inputkosten und vorgelagert durch reduzierte Nachfrage nach Zwischenprodukten.

Gegenfaktische Übungen bestätigen, dass der kontraktive Effekt durch das Produktionsnetzwerk verstärkt und umverteilt wird.

Das Invoicing-Regime verändert Ausmaß und Geografie der Anpassung erheblich.

Unter Dominant-Currency-Pricing (Dollar-Fakturierung) sind Grenzpreise in US-Dollar fixiert, was die ausgabenverlagernde Rolle der Wechselkurse schwächt und die Kontraktion in China vertieft.

Die aggregierte Reaktion der Eurozone ist quantitativ gering, da sich positive Handelsumlenkungseffekte und eine schwächere Nachfrage aus China gegenseitig aufheben.

Komplexität statt einfacher Rechnung

Die Studie widerlegt die Annahme, dass Zölle nur bilaterale Effekte haben.

Sie zeigt, dass Produktionsnetzwerke und Währungsfakturierung die tatsächliche Inzidenz maßgeblich bestimmen.

Für die Handelspolitik bedeutet dies, dass einfache bilaterale Betrachtungen zu irreführenden Einschätzungen führen.