Inflationserwartungen stabil, BIP-Wachstum 2026 leicht angehoben
Die Inflationserwartungen der EZB-Umfrage unter professionellen Prognostikern (SPF) bleiben für 2026, 2027 und langfristig unverändert. Das reale BIP-Wachstum für 2026 wurde leicht um 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert.
Stabile Preise, robustes Wachstum: Die Prognosen der EZB-Experten
Die Umfrage unter professionellen Prognostikern (SPF) der EZB für das erste Quartal 2026 zeigt unveränderte Erwartungen für die HVPI-Gesamtinflation.
Diese wird für 2026 bei 1,8 Prozent und für 2027 sowie langfristig (2030) bei 2,0 Prozent erwartet.
Auch die Kerninflation (HVPI ohne Energie und Nahrungsmittel) bleibt für 2026, 2027, 2028 und langfristig bei 2,0 Prozent stabil.
Eine leichte Aufwärtskorrektur gab es hingegen für das reale BIP-Wachstum im Jahr 2026, das nun bei 1,2 Prozent prognostiziert wird.
Diese Revision um 0,1 Prozentpunkte ist hauptsächlich auf besser als erwartete BIP-Daten für das dritte Quartal 2025 zurückzuführen.
Für 2027 und 2028 werden Wachstumsraten von 1,4 Prozent bzw. 1,3 Prozent erwartet, während die langfristigen Erwartungen bei 1,3 Prozent verharren.
Die Arbeitslosenquote wird für 2026-2028 unverändert prognostiziert, mit einer leichten Abwärtskorrektur für den längeren Horizont.
ETS2 und Rüstungsausgaben prägen die Risikolandschaft
Spezielle Fragen der Umfrage beleuchteten die erwarteten Auswirkungen des erweiterten EU-Emissionshandelssystems (ETS2) und der Verteidigungs- sowie Fiskalausgaben.
ETS2 wird den stärksten Einfluss auf die Inflation im Jahr 2028 haben, mit einem erwarteten Anstieg von 0,15 Prozentpunkten.
Der Effekt auf das reale BIP-Wachstum wird als negativ und geringer eingeschätzt.
Verteidigungs- und Fiskalausgaben hingegen sollen das reale BIP-Wachstum stärker beeinflussen (durchschnittlich 0,12 Prozentpunkte pro Jahr von 2026-2030) als die Inflation (0,06 Prozentpunkte).
Die Unsicherheit hat für alle Variablen abgenommen, liegt aber für Inflation und BIP weiterhin leicht über dem Vorkrisenniveau.
Geopolitische Entwicklungen und Handelspolitiken bleiben die Hauptquellen der Unsicherheit.
Ein Hauch von Optimismus, aber keine Entwarnung
Die Stabilität der Inflationserwartungen ist ein positives Signal für die EZB und bestätigt den bisherigen geldpolitischen Kurs.
Dennoch deuten die hartnäckige Kerninflation sowie Aufwärtsrisiken durch Fiskalausgaben und Geopolitik darauf hin, dass die 'letzte Meile' der Disinflation herausfordernd bleibt.
Trotz leichter Wachstumskorrekturen erfordert das Gesamtbild weiterhin Wachsamkeit und eine datenabhängige Politik.