Unerwartete Kreditverschärfung für Unternehmen im Euroraum
Im vierten Quartal 2025 verschärften die Banken im Euroraum unerwartet die Kreditstandards für Unternehmen (7 Prozent). Gleichzeitig lockerten sie diese leicht für Wohnungsbaukredite (-2 Prozent), während die Nachfrage nach Unternehmenskrediten leicht stieg (3 Prozent).
Banken zeigen erhöhte Risikoaversion
Im vierten Quartal 2025 meldeten die Banken im Euroraum eine unerwartete Nettoverschärfung der Kreditstandards für Unternehmenskredite (7 Prozent).
Haupttreiber waren erhöhte Risikowahrnehmungen bezüglich der Wirtschaftsaussichten sowie eine geringere Risikotoleranz der Banken, was auf eine hohe Risikoaversion hindeutet.
In Deutschland und Frankreich wurden die Standards für Unternehmen verschärft, teilweise aufgrund von Handelsrichtlinienänderungen.
Für Wohnungsbaukredite gab es eine leichte Netto-Lockerung (-2 Prozent), getrieben durch Wettbewerb, während Konsumentenkredite weiter verschärft wurden (6 Prozent).
Die Lockerung bei Wohnungsbaukrediten war unerwartet.
Für das erste Quartal 2026 erwarten die Banken eine weitere Verschärfung der Kreditstandards in allen Kategorien.
Nachfrage nach Unternehmenskrediten steigt
Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten stieg im vierten Quartal 2025 leicht an (3 Prozent), hauptsächlich getrieben durch Bedarf für Lagerbestände, Betriebskapital und Umschuldungen.
Feste Investitionen trugen neutral bei.
Die Zinsen unterstützten die Nachfrage leicht, besonders in Italien.
In Deutschland und Italien stieg die Nachfrage, in Spanien und Frankreich sank sie.
Auch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten erhöhte sich (9 Prozent), während die nach Konsumentenkrediten leicht zurückging (-2 Prozent).
Verbesserte Aussichten am Wohnungsmarkt waren hier der Haupttreiber.
Insgesamt verschärften sich die Kreditkonditionen für Unternehmen und Konsumentenkredite, lockerten sich aber für Wohnungsbaukredite.
Risikoaversion bremst Erholung
Die unerwartete Verschärfung der Kreditstandards für Unternehmen bei gleichzeitig steigender Nachfrage ist ein deutliches Signal für die anhaltende Vorsicht der Banken.
Dies könnte die dringend benötigte Investitionstätigkeit im Euroraum weiter dämpfen und die wirtschaftliche Erholung verlangsamen.
Die heterogenen Entwicklungen zwischen Ländern und Kreditkategorien spiegeln zudem eine fragmentierte Risikobereitschaft wider, die eine einheitliche geldpolitische Steuerung erschwert.