EZB-Studie: Wohnungsbauinvestitionen im Euroraum erholen sich verhalten
Die Wohnungsbauinvestitionen im Euroraum haben ihren Tiefpunkt erreicht, eine nachhaltige Erholung bleibt jedoch aus. Eine EZB-Analyse zeigt die fundamentalen Treiber der Entwicklung und den verhaltenen Ausblick.
Makroökonomie und Zinsen bremsen Wohnungsbau
Nach einem deutlichen Anstieg von Mitte 2015 bis Anfang 2022 sanken die Wohnungsbauinvestitionen im Euroraum von Q1 2022 bis Q4 2024 stetig.
Obwohl sie sich Anfang 2025 leicht erholten, blieb die Dynamik verhalten.
Im dritten Quartal 2025 gingen die Investitionen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück und lagen rund 7 Prozent unter ihrem Höchststand von Q1 2022. Die Entwicklung war regional unterschiedlich: Während Deutschland (minus 18 Prozent) und Frankreich (minus 13 Prozent) deutliche Rückgänge verzeichneten, stiegen die Investitionen in Italien (plus 13 Prozent) und Spanien (plus 10 Prozent) im Vergleich zu Q1 2022 an.
Ein strukturelles empirisches Modell der EZB identifiziert schwache makroökonomische Bedingungen und die verzögerten Effekte vergangener geldpolitischer Straffungen als Hauptbremsen.
Negative Schocks bei der Gesamtnachfrage und der Wohnungsversorgung, verstärkt durch Zinsanstiege, drückten die Aktivität.
Blick nach vorn: Zeichen der Besserung
Der Gegenwind durch die Zinsen hat sich nach der geldpolitischen Lockerung abgeschwächt.
Gleichzeitig erholt sich die Wohnungsnachfrage, was sich in positiven Nachfrageschocks und einem robusten Anstieg der Hauspreise seit Q1 2024 zeigt.
Die EZB erwartet eine nachhaltigere Erholung der Wohnungsbauinvestitionen.
Diese wird durch die anhaltende Stärkung der Wohnungsnachfrage, eine Verbesserung des breiteren Wirtschaftswachstums und die durchgreifenden Effekte der geldpolitischen Lockerung getragen.
Die Erholung der Wohnungsbaudarlehen und Transaktionen sowie ein verbessertes Konsumentensentiment, das Wohnen wieder als gute Investition betrachtet, untermauern diese positive Prognose.
Die Erholung der Nachfrage geht typischerweise der Anpassung des Angebots voraus, was auf Planungsverzögerungen und Bauzeiten zurückzuführen ist.