Lane: Eurozone-Wirtschaft vor Energie- und Inflationsrisiken
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Lane: Eurozone-Wirtschaft vor Energie- und Inflationsrisiken

EZB-Direktor Philip R. Lane präsentierte am 25. März 2026 den Konjunkturausblick für die Eurozone. Er skizzierte Basis-, advers- und schwere Szenarien, die von Energie- und Inflationsrisiken geprägt sind.

Drei Pfade für die Eurozone-Wirtschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat drei Konjunkturszenarien für die Eurozone vorgestellt: ein Basisszenario sowie ein adverses und ein schweres Szenario.

Das Basisszenario nimmt keine explizite Annahme zur Dauer von Konflikten oder zur Zerstörung der Energieinfrastruktur an; Energiepreise folgen technischen Annahmen vom 11. März 2026.

Ein VIX-Anstieg von 4,4 Punkten spiegelt die Unsicherheit wider.

Das adverse Szenario beinhaltet akute Energieversorgungsstörungen ohne weitere Infrastrukturzerstörung, einen VIX-Anstieg von 10 Punkten mit schneller Umkehr sowie stärkere Auswirkungen auf Preise und Löhne durch Nichtlinearitäten.

Das schwerste Szenario prognostiziert noch akutere Energieversorgungsstörungen und erhebliche Infrastrukturzerstörung, einen VIX-Anstieg von 14 Punkten, der bis Ende 2027 erhöht bleibt, und beträchtliche indirekte Inflationseffekte.

Diese Simulationen wurden mit dem ECB-BASE-Modell durchgeführt.

Wachstum und Inflation unter Druck

Die Szenarien prognostizieren deutliche Abweichungen für das reale BIP-Wachstum und die HVPI-Inflation in der Eurozone.

Im adversen Szenario sinkt das reale BIP-Wachstum um bis zu 0,5 Prozentpunkte, während die HVPI-Inflation um bis zu 1,5 Prozentpunkte über dem Basisszenario liegt.

Das schwere Szenario zeigt noch stärkere Effekte: Das reale BIP-Wachstum fällt um bis zu 1,0 Prozentpunkte, und die HVPI-Inflation steigt bis zu 2,5 Prozentpunkte im Jahr 2027.

Auch die Kerninflation weist in beiden Risikoszenarien positive Abweichungen auf.

Ergänzend wurden Entwicklungen im Konsumvertrauen und den Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Industrie und Dienstleistungen analysiert.

Marktbasierte Inflationserwartungen reagieren ebenfalls auf geopolitische Konflikte, wie ein Vergleich mit früheren Ereignissen zeigt.

Fragilität bleibt eine Konstante

Die präsentierten Szenarien verdeutlichen die anhaltende Anfälligkeit der Eurozone-Wirtschaft gegenüber externen Schocks, insbesondere aus dem Energie- und Geopolitikbereich.

Während das Basisszenario eine beherrschbare Entwicklung suggeriert, unterstreichen die adversen und schweren Pfade erhebliche Abwärtsrisiken für das Wachstum und Aufwärtsrisiken für die Inflation.

Diese Analyse betont die Notwendigkeit einer agilen und datenabhängigen Geldpolitik, um auf unvorhergesehene Entwicklungen effektiv reagieren zu können.

Quelle: The outlook for the euro area economy

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