Produktionsnetzwerke: Schockausbreitung und Geldpolitik
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Pro­duk­ti­ons­netz­wer­ke: Schockausbreitung und Geldpolitik

Ein neues EZB Occasional Paper analysiert, wie Schocks sich in Produktionsnetzwerken ausbreiten und welche Implikationen dies für die Geldpolitik hat. Die Studie fasst Erkenntnisse des ChaMP Research Network zusammen.

Netzwerke als Schock-Verstärker

Die wiederholten Lieferkettenstörungen seit der COVID-19-Pandemie verdeutlichen die Notwendigkeit, traditionelle makroökonomische Modelle durch Ansätze zu ergänzen, die die Komplexität moderner Wirtschaftsstrukturen besser erfassen.

Dieses Papier synthetisiert die Ergebnisse des ChaMP Research Network und zeigt, wie Produktionsnetzwerkmodelle und die Heterogenität zwischen Unternehmen, Sektoren und Ländern unser Verständnis der geldpolitischen Transmission bereichern.

Durch die Erfassung von Input-Output-Beziehungen zwischen Unternehmen und Wirtschaftssektoren zeigen diese Ansätze, wie die Ausbreitung und Persistenz von Schocks von der Netzwerkstruktur, der Position der Sektoren innerhalb des Netzwerks – wobei zentrale Sektoren einen überproportionalen Einfluss ausüben – sowie von Unterschieden in der Preis- und Lohnflexibilität abhängen.

Die inflationären Auswirkungen von Angebotsschocks werden tendenziell verstärkt, während die Auswirkungen von Nachfrageschocks, einschließlich geldpolitischer Schocks, gedämpft werden.

Dies steht im Einklang mit den Schlussfolgerungen der jüngsten Strategieüberprüfung der EZB.

Granulare Einblicke und Phillips-Kurve

Ein zentrales Ergebnis ist die Bedeutung von Unterschieden zwischen Unternehmen, Sektoren und Ländern.

Einige Unternehmen passen Preise häufig an, andere nur gelegentlich.

Auch die Arbeitsmärkte unterscheiden sich, was die Reaktion von Löhnen und Beschäftigung auf wirtschaftliche Veränderungen beeinflusst.

Diese Heterogenität prägt die geldpolitische Transmission und kann zu ungleichmäßigen Effekten führen.

Die Ergebnisse deuten auch auf Zielkonflikte zwischen Inflations- und Output-Stabilisierung hin, da Produktionsnetzwerke und Heterogenität die Abstimmung zwischen Preis- und Output-Dynamik schwächen.

Große Schocks können zu Nichtlinearitäten führen, wie einer Versteilerung der Phillips-Kurve.

Komplexität erfordert Präzision

Die Studie zeigt, dass traditionelle Modelle die Komplexität moderner Ökonomien unterschätzen.

Eine datenbasierte, zustandsabhängige Geldpolitik ist unerlässlich, um den neuen Realitäten gerecht zu werden.

Dies erfordert jedoch einen deutlich besseren Zugang zu granularen Unternehmensdaten, um die Netzwerkeffekte präzise zu erfassen.