Chinas Aufstieg in der Forschung: Staatliche Steuerung wirkt
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Chinas Aufstieg in der Forschung: Staatliche Steuerung wirkt

Chinas Wissenschaftsplan von 2006 katapultierte das Land an die Spitze der globalen Forschung. Eine EZB-Studie zeigt, dass gezielte staatliche Investitionen den wissenschaftlichen Fortschritt massiv beschleunigen können.

Der Plan, der China zur Forschungsnation machte

Eine Analyse von über 300.000 Artikeln in 40 Top-Journalen zwischen 2000 und 2022 belegt den Erfolg von Chinas „Nationalem Mittel- und Langfristplan für die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie“ (NMLP) aus dem Jahr 2006.

Dieser Plan löste einen sprunghaften Anstieg des Publikationsvolumens und der Zitationen aus, wodurch China die Vereinigten Staaten als weltweit führenden Produzenten wissenschaftlicher Forschung überholte.

Die Zuwächse konzentrieren sich auf die vom Plan explizit geförderten Bereiche wie Physik, Chemie, Biologie und Medizin.

Dort stieg die Publikationsleistung pro Kopf um etwa 17 Prozent relativ zum Rest der Welt, und die Zitationszahlen legten noch stärker zu.

Bis 2022 war die Publikationsleistung in den gezielten Disziplinen etwa 85 Prozent höher als in den Vergleichsgruppen.

Felder wie Mathematik und Wirtschaft, die nicht im Fokus standen, zeigten hingegen deutlich geringeres Wachstum.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass staatlich gelenkte Investitionen den wissenschaftlichen Fortschritt in einer zentral geplanten Wirtschaft effektiv vorantreiben können.

Das Paradox der staatlichen For­schungs­för­de­rung

Die Studie stellt die gängige Annahme infrage, dass zentralisierte, staatlich geführte Forschungssysteme von Natur aus ineffizient sind oder keine bahnbrechenden Innovationen hervorbringen können.

Viele Beobachter hatten argumentiert, Chinas Top-Down-Ansatz würde Quantität über Qualität fördern und zu einer verschwenderischen Ressourcenallokation führen.

Die empirischen Belege sprechen jedoch dafür, dass nachhaltige und strategisch ausgerichtete öffentliche Investitionen die wissenschaftliche Kapazität und den globalen Einfluss eines Landes erheblich erweitern können.

Die Ergebnisse haben weitreichende Implikationen: Sie zeigen, dass staatliche Politik eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der wissenschaftlichen Entwicklung spielt, insbesondere wenn Investitionen nachhaltig, koordiniert und auf Schwerpunktbereiche konzentriert sind.

Chinas Erfahrung deutet darauf hin, dass Nachzüglerländer durch eine bewusste öffentliche Strategie schnell global wettbewerbsfähige Forschungssysteme aufbauen können.

Dies fordert die langjährige Dominanz der USA und Europas heraus und könnte fortgeschrittene Volkswirtschaften dazu zwingen, ihre eigenen Wissenschafts- und Innovationspolitiken zu überdenken.

Erfolg mit Fragezeichen

Die Studie liefert beeindruckende Belege für die Wirksamkeit staatlich gelenkter Forschung in China.

Doch sie lässt offen, ob diese Entwicklung auch unter Effizienzgesichtspunkten optimal ist und langfristig nachhaltig bleibt.

Für westliche Demokratien bleibt die Übertragbarkeit fraglich, da die Anreizstrukturen und politischen Rahmenbedingungen fundamental anders sind.

Quelle: The rise of China in academic research

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