EZB-Studie: Geldpolitik wirkt je nach Konjunkturphase anders
Eine neue Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt, dass die Wirkung der Geldpolitik stark von der jeweiligen Konjunkturphase abhängt. Parameter der Phillips-Kurve und der geldpolitischen Regel variieren je nach Inflations- und Output-Lage.
Geldpolitik im Vier-Phasen-Modell
Die Studie analysiert die geldpolitische Transmission und die Phillips-Kurven-Parameter in vier Regimen, definiert durch Abweichungen von Inflation und Output vom Potenzial.
Sie zeigt, dass das Taylor-Prinzip, wonach der Realzins bei steigender Inflation zunimmt, in allen vier Regimen gilt.
Die Reaktion der Geldpolitik auf die Output-Lücke schwächt sich jedoch ab, wenn die Inflation unter dem Ziel der Federal Reserve liegt, der Output aber über dem Potenzial bleibt.
Die Größe geldpolitischer Schocks ist signifikant größer, wenn die Inflation ihr Ziel überschreitet.
Die Phillips-Kurve wird steiler, wenn Inflation und Output über dem Potenzial liegen, was in inflationären Booms zu stärkeren makroökonomischen Effekten führt.
Warum lineare Modelle versagen
Die Studie betont die Grenzen traditioneller linearer Modelle, die konstante Beziehungen zwischen Variablen annehmen.
Das nichtlineare Modell bietet ein nuancierteres Verständnis der geldpolitischen Wirkungsweise, indem es die Zustandsabhängigkeit berücksichtigt.
Die Sensitivität des Output-Gaps gegenüber Zinsänderungen nimmt bei hoher Inflation und wirtschaftlicher Flaute ab.
Dies erklärt, warum geldpolitische Schocks in inflationären Booms zwar größer sind, die Transmission aber weniger effektiv wird, wenn hohe Inflation mit wirtschaftlicher Flaute einhergeht.
Diese Erkenntnisse sind für die Federal Reserve relevant, um die Wirksamkeit ihrer Politik anzupassen.
Keine Einheitslösung für die Fed
Diese Forschung liefert der Federal Reserve wichtige Hinweise, dass die Wirksamkeit ihrer Geldpolitik stark vom jeweiligen Wirtschaftszustand abhängt.
Eine pauschale Reaktion auf Inflation oder Output-Lücken greift zu kurz und kann unerwünschte Nebeneffekte haben.
Die Erkenntnis, dass restriktive Politik in inflationären Booms effektiv ist, aber bei gleichzeitiger Flaute an Wirkung verliert, ist entscheidend für eine präzisere Steuerung.