Verbesserte grenzüberschreitende Zahlungen steigern Handelspotenzial
Die Europäische Zentralbank (EZB) analysiert die wirtschaftlichen Vorteile verbesserter grenzüberschreitender Zahlungen. Insbesondere die Verknüpfung schneller Zahlungssysteme könnte den internationalen Handel um etwa 4 Prozent steigern.
Langsam, teuer, fragmentiert: Die Schwächen des Status quo
Grenzüberschreitende Zahlungen sind das Rückgrat des internationalen Handels, doch viele Systeme bleiben langsam und teuer.
Ein Großteil der Transaktionen basiert auf Korrespondenzbanken, was durch Gebühren, Währungsumrechnungen und operationelle Reibungsverluste hohe Kosten verursacht.
Fast ein Drittel der Zahlungen überschreitet 3 Prozent des Transaktionsbetrags, und nur 40 Prozent der internationalen B2B-Transaktionen werden innerhalb eines Arbeitstages abgewickelt.
Die Bereitstellung von Korrespondenzbankdiensten ist seit Mitte der 2000er Jahre um 20 Prozent zurückgegangen, was die Kosten weiter erhöht.
Die Verknüpfung nationaler Echtzeit-Zahlungssysteme wie TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) des Eurosystems oder Indiens UPI bietet hier enormes Potenzial.
Über 80 Länder haben solche Systeme implementiert.
Ihre Vernetzung könnte Kosten senken, die Geschwindigkeit erhöhen und die Transparenz grenzüberschreitender Zahlungen erheblich verbessern.
Dies ist eine Priorität der G20-Roadmap.
Das Eurosystem arbeitet an neuen Verknüpfungen, etwa mit Indiens UPI, um die Fragmentierung zu reduzieren.
4 Prozent mehr Handel durch vernetzte Systeme
Ökonometrische Analysen zeigen, dass die Verknüpfung schneller Zahlungssysteme den bilateralen Handel um etwa 4 Prozent steigert.
Dieser Effekt ist ökonomisch bedeutsam und wurde über alle Initiativen hinweg gemittelt.
Er entspricht etwa der Hälfte des Handelszuwachses durch ein formelles Handelsabkommen und einem Viertel des Effekts einer gemeinsamen Währungszone.
Die Vorteile sind besonders ausgeprägt in Regionen mit hohen grenzüberschreitenden Zahlungskosten und für Systeme, die auch den Großhandel unterstützen.
Der aggregierte Handel wird primär durch große Transaktionen getragen, deren Werte die Limits reiner Retail-Zahlungssysteme übersteigen.
Die Interlinkage fungiert als Ergänzung oder Alternative zu teureren Zahlungsmethoden und reduziert so die Gesamthandelskosten.
Mehr als nur Finanzen: Ein Katalysator für Wachstum
Die Studie bestätigt die greifbaren wirtschaftlichen Vorteile vernetzter Zahlungssysteme, die über reine Finanzinklusion hinausgehen.
Besonders profitieren Länder, die bisher von globalen Zahlungsnetzwerken unterversorgt sind und vom internationalen Handel ausgeschlossen waren.
Dies unterstreicht die Dringlichkeit multilateraler Koordination, um technische Standards und regulatorische Hürden für nahtlose grenzüberschreitende Abwicklung zu überwinden.