US-Zölle: Kosten belasten überwiegend heimische Firmen und Konsumenten
Eine EZB-Analyse zeigt, dass die Kosten der jüngst verhängten US-Zölle zu 95 Prozent auf US-Firmen und Verbraucher fallen. Ausländische Unternehmen tragen lediglich 5 Prozent der Last.
Ausländische Exporteure tragen nur einen Bruchteil der Kosten
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Auswirkungen der jüngst verhängten US-Zölle auf Preise und Handelsvolumina untersucht.
Die Analyse zeigt, dass die Kosten der Zölle fast vollständig auf US-Firmen und Verbraucher fallen.
Lediglich 5 Prozent der Mehrkosten werden von ausländischen Exporteuren getragen.
Zwischen Januar und November 2025 stieg der effektive Zollsatz in den USA von 3 Prozent auf über 18 Prozent.
Dies führte zu einem leichten Rückgang der Importpreise (netto Zölle) und einem starken Einbruch der Importvolumina.
Die Anpassungen in Preisen und Mengen variieren jedoch erheblich zwischen wichtigen Handelspartnern wie China, Kanada, Mexiko und der EU, die von den höheren Zöllen betroffen waren.
Diese Unterschiede spiegeln Variationen in den Zollsätzen, dem Umfang und länderspezifische Dynamiken wider.
Handelsströme verschieben sich deutlich
Der geschätzte Pass-Through-Koeffizient von 0,95 bedeutet, dass eine 10-prozentige Zollerhöhung nur zu einer 9,5-prozentigen Preiserhöhung führt.
Exporteure absorbieren demnach nur einen kleinen Teil der Kosten.
Die Auswirkungen auf die Importvolumina sind erheblich: Eine 10-prozentige Zollerhöhung führt zu einem Rückgang der Importe um 37 Prozent.
Besonders deutlich wird dies im Automobilsektor, wo Zölle zu einer Entkopplung der USA von China und der EU zugunsten von Kanada und Mexiko führten.
Der Anstieg der Autoimporte aus Kanada und Mexiko spiegelt eine Stärkung bestehender Handelsbeziehungen wider, während die EU und Japan Rückgänge verzeichneten.
Quelle: Where do the costs of higher US tariffs fall?
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