Gesunde Ozeane: Wirtschaftsmotor und Klimaschutzschild
Gesunde Ozeane sind entscheidend für die Weltwirtschaft und den Klimaschutz. Ein aktueller EZB-Blogbeitrag beleuchtet die Risiken der Meeresdegradation und die Rolle der Zentralbanken.
Der unterschätzte Wirtschaftsmotor
Die Weltwirtschaft ist stark von gesunden Ozeanen abhängig.
Die Meereswirtschaft, inklusive Fischerei, Tourismus und Küstenindustrien, macht geschätzte 5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung aus und hat sich in den letzten 25 Jahren auf rund 2,3 Billionen Euro verdoppelt.
In der Europäischen Union generieren ozeanbezogene Unternehmen etwa 251 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und sichern 2,4 Prozent der Arbeitsplätze.
Doch diese Vorteile sind gefährdet: Überfischung und Habitatzerstörung dezimieren Fischbestände, und 10 Prozent der Meeresarten sind vom Aussterben bedroht.
Ein Bericht vom Oktober 2025 warnte, dass über drei Viertel der lebenserhaltenden Systeme der Erde, einschließlich der Ozeane, sich in der 'Gefahrenzone' befinden.
Klimaschutzschild am Limit
Ozeane sind entscheidende Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel, indem sie etwa ein Drittel der menschlichen CO2-Emissionen und über 90 Prozent der überschüssigen Wärme absorbieren.
Diese Kapazitäten sind jedoch begrenzt: Meerestemperaturen erreichten 2024 Rekordwerte, was die CO2-Aufnahme beeinträchtigt und den Meeresspiegel durch thermische Ausdehnung erhöht.
Die Anstiegsrate des Meeresspiegels hat sich auf über 3,7 Millimeter pro Jahr verdoppelt.
Dies bedroht Küstenstädte und Infrastruktur, da 65 Prozent der Weltwirtschaft innerhalb von 100 Kilometern zur Küste liegen.
Ohne Anpassung könnten die Kosten für die EU bis 2080 jährlich 500 Milliarden Euro erreichen.
Wirtschaftliche Notwendigkeit, keine Option
Zentralbanken sind keine Klimapolitiker, müssen aber die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Meeresdegradation beobachten und erforschen.
Die Integration ozeanbezogener Risiken in makroökonomische Modelle und Stresstests ist unerlässlich, um Preis- und Finanzstabilität zu gewährleisten.
Der Schutz der Ozeane ist somit keine bloße Umweltfrage, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit und Voraussetzung für langfristige Resilienz.
Quelle: Why the economy needs healthy oceans
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