FCA bestätigt neue Regeln für Vorfall- und Drittparteien-Meldungen
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FCA bestätigt neue Regeln für Vorfall- und Drittparteien-Meldungen

Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA hat neue Regeln für die Meldung operativer Vorfälle und Drittparteien-Beziehungen bestätigt. Ziel ist es, die operationelle Resilienz von Finanzunternehmen zu stärken und Risiken besser zu managen.

Klarheit bei Vorfällen, Transparenz bei Dritten

Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA konsultiert einen neuen Ansatz zur Meldung operativer Vorfälle, um die Resilienz von Finanzdienstleistern zu stärken.

Ziel ist es, die Reaktion auf Störungen zu verbessern und deren Auswirkungen besser zu verstehen.

Aktuell herrscht bei Unternehmen oft Unklarheit über die Meldepflichten.

Daher schlägt die FCA klarere Definitionen für 'operative Vorfälle', präzisere Meldezeitpunkte und eine standardisierte Vorlage vor.

Zudem will die Aufsichtsbehörde ein strukturiertes Verständnis wichtiger Drittanbieter (wesentliche Drittparteien) gewinnen.

Dies soll eine schnellere und effektivere Reaktion auf drittparteibezogene Vorfälle ermöglichen.

Die gesammelten Daten sind auch entscheidend für die Identifizierung potenziell kritischer Drittparteien (CTPs), die dem HM Treasury zur Benennung unter dem CTP-Aufsichtsregime empfohlen werden.

Die Vorschläge, gemeinsam mit der PRA und der Bank of England entwickelt, sollen das Vorfall- und Drittparteien-Risikomanagement verbessern und die operationelle Resilienz stärken.

Lücken im System schließen

Die Dringlichkeit der Reformen wird durch Mängel im Meldesystem belegt.

Die Branche beklagt Unklarheiten bei der Meldung operativer Vorfälle.

Über 20 Prozent der Meldungen gingen seit 2018 mehr als elf Tage verspätet ein, und nur 2 bis 2,5 Prozent der Firmen meldeten überhaupt Vorfälle, was auf massive Untererfassung hindeutet.

Fehlende Standardisierung führt zu inkonsistenten Informationen, was Analyse und Reaktion der Aufsichtsbehörden erschwert.

Die wachsende Abhängigkeit von Drittanbietern macht die Unterscheidung zwischen Outsourcing und Nicht-Outsourcing für die Risikobetrachtung irrelevant.

Die FCA strebt daher die Erfassung aller 'wesentlichen Drittparteien-Vereinbarungen' an, da beide Typen schwerwiegende systemische Risiken bergen.

Dieser Ansatz ist zudem mit internationalen Erwartungen, wie dem FSB-Toolkit von 2023, abgestimmt.

Ein längst überfälliger Schritt

Die neuen Regeln der FCA sind ein konsequenter und notwendiger Schritt, um die operationelle Resilienz im Finanzsektor zu stärken.

Die bisherige Untererfassung und Inkonsistenz bei Vorfallmeldungen war ein erhebliches Risiko für Verbraucher und Märkte.

Durch die verbesserte Transparenz bei Drittparteien und die klare Definition von Meldepflichten kann die Aufsicht nun proaktiver agieren und systemische Risiken effektiver adressieren.